Montag, 14. Dezember 2009

Und Gott schuf den verkaufsoffenen Sonntag

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde;
Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.
[...]
Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und an diesem Tag ruhte er.
Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das Werk der Schöpfung vollendet hatte.
Und die Menschen hielten sich an das Gebot, sie arbeiteten hart von Montags bis Samstags und Sonntags ruhten sie. Das ging viele Jahre so, bis eines Tages ein schlauer Mensch, der mit seiner Zeit am Sonntag nicht viel anfangen konnte und deshalb immer nachdachte, sich fragte, was Gott eigentlich am achten Tag tat. Die Schöpfung war an 6 Tagen getan, am Sonntag ruhte sich Gott aus und dann? Nach einiger Überlegung kam er zu dem Schluss, dass Gott auch am 8 Tag ruhte und auch am 9 und 10 und so weiter. Dies sprach sich schnell herum unter den Menschen und sie wurden erst mürrisch und dann wütend und wollten es Gott gleich tun. Sie legten ihre Arbeit nieder und versammelten sich zu Protest- und Streikzügen und wollten nicht mehr zur Arbeit gehen.
Als Gott die lauten Rufe der Protestler, die zürnenden Stimmen der Streikführer, die durch Megaphone die Massen antrieben und auf Bühnen, durch riesige Lautsprecher ihre Botschaft vom faulen Gott verkündeten, da erhob sich Gott schnaufend aus seinem Liegestuhl, um zu sehen, was seine Menschen dort unten trieben. Als Gott das Chaos sah und die Forderungen der Menschen vernahm, die nichts mehr tun wollten, sah er seine Schöpfung in Gefahr. Wie war es dazu gekommen? Gott überlegte kurz und erkannte, dass die Menschen am Sonntag zu viel Zeit zum nachdenken hatten, und so heraus fanden, dass er nicht nur am 7 Tag, nach der Schöpfung ruhte, sondern eigentlich immer und er nur gelegentlich seinen Liegestuhl verließ, um heimlich die Engel beim umkleiden zu beobachten.
Und Gott sprach: Es werde der verkausoffene Sonntag. Und es wurde der verkaufsoffene Sonntag.
Und die Menschen ließen ihre Schilder und Transparente fallen, denn zufällig war gerade Sonntag, und sie strömten in die Geschäfte und konsumierten kräftig. Da sie so sehr mit einkaufen beschäftigt waren, vergaßen sie, warum sie sich so aufgeregt hatten und Gott sah, dass es gut war und setzte sich wieder schnaufend in seinen Liegestuhl. Vorher stattete er aber noch den Engeln einen heimlichen Besuch ab.
Nun waren die Menschen von Montag bis Sonntag beschäftigt und hatten am Sonntag keine Zeit mehr darüber nachzudenken, was Gott am 8 Tag tat, denn der 8 Tag war ja wieder Montag und Montag war für die meisten Menschen ein besonders grausamer Arbeitstag, der sie 100% forderte.
Ja, liebe Leser, ob ihr es nun glaubt oder nicht, genau so hat es sich zugetragen.
In diesem Sinne wünsche ich euch schöne verkaufsoffene Sonntage.

 

Samstag, 12. Dezember 2009

"Warum man Angela Merkel nicht trauen darf. Ein Diskurs zum Thema Macht!"

Hallo zufällige oder absichtliche Hereinschauer.
Aus einem Thread, in dem ich dieses Thema einmal zur Diskussion angeregt habe, möchte ich euch und mir hier nun die Fragestellung und die von den damals Denkbegeisterten eingestellten Beiträge dazu blogverewigen. Ich beschränke mich dabei auf die für das Thema wichtigen Vorschläge und Auseinandersetzungen:
(Korrektur gelesen habe ich nur in meinen eigenen Postings *gg*)

Kon 11.09.07 11:23
Die Aussage: Man sollte jedem Menschen misstrauen, der nach oben strebt.
Und wenn man sich an diese Prämisse hält, dann sollte man dem Menschen, der es ganz nach oben geschafft hat, auch am meisten misstrauen!!

Gegenfrage: warum sollte man einem Menschen, der nach oben strebt misstrauen?

Offener Versuch einer Erklärung:
Wir nehmen vier bestimmte Charaktereigenschaften, reduzieren sie auf sich selbst, fassen sie in einen Menschentypen und lassen sie gegeneinander antreten.
Da wären
1. Der Stärkste
2. Der Intelligenteste
3. Der Ehrlichste
4. Der Hinterlistigste
Welche der vier Personen wird in einer Auseinandersetzung am Ende den Führungsanspruch bekommen?


redwolf 11.09.07 14:38 :
Der Hinterlistigste gewinnt am Ende.

Zunächst ist der Stärkere obenauf, weil er die anderen mit seiner Stärke drangsalieren kann.

Der Ehrliche wird hiergegen protestieren und den Intelligenten auf den Plan rufen, der einen schlauen Plan entwirft, wie man zu dritt den Stärkeren neutralisieren kann.

Der Hinterlistige schließlich wird sich am Ende mit dem Stärkeren verbünden und diesen mit Versprechungen dazu bringen, für ihn die beiden anderen in Schach zu halten.

Farm der Tiere könnte man hier auch anführen, mit leichten Verschiebungen in der Motivation der Beteiligten:

Der Stärkste - Farmer Jones / die Hunde
Der Intelligenteste - Snowball
Der Ehrliche - Boxer
Der Hinterlistige - Napoleon

Kon 11.09.07 15:57 :
Leider ist es nicht so einfach auf die Realität übertragbar, denn hier treten in der Regel Mischformen auf, die eine genau Abwägung fast unmöglich machen.

Zum Beispiel könnte es nur bei kleinen Abweichungen bzw. hinzufügen von weiteren Eigenschaften zu Veränderungen im Gesamtergebnis führen.
Z.B. wenn der Stärkste auch gleichzeitig der Hässlichste ist und er Ehrlichste der Hübscheste, kann es, wenn man es psychologisch betrachtet dazu führen, dass der Ehrlichste sich mit dem Stärksten die Führungsposition teilt. Und da es in der Realität noch unzählbar mehr Variationen und Möglichkeiten gibt, wird es ein fast undurchschaubarer und unberechenbarer Ausgang.

Und was Angela Merkel angeht, ob sie nun hinterlistig ist oder nicht, das sollte jeder für sich selber entscheiden. Hübsch ist sie auf jeden Fall nicht.
 
Leckmuschel 11.09.07 16:07 : 
Komisch, dass du genau 4 verschiedene Typen aufzählst, die alle nach oben kommen könnten!

Kon 11.09.07 16:16 :
Darum ging es ja, Leckmuschel. Welche von vier Charaktereigenschaften, mit denen man Erfolg haben kann, ist im direkten Vergleich die erfolgreichste.

War ja nur eine kleine Denkaufgabe/Denkanreiz.

Leckmuschel 11.09.07 16:22 :
Ja eben, aber die Denkaufgabe hört bei mir ja schon direkt am Anfang auf, weil man sich 1. kein Bild machen 2. das Gegenüber dazu fehlt, der ja auch noch eine eigene und erfahrene Meinung hat und 3. das sowas alles total Situationsabhängig ist.

Zu Angela Merkel, denk ich dass sie zu einer starken Person erzogen wurde, ob sie jetzt wirklich eine ist, weiß wahrscheinlich nur ihre Muschi, aber intelligent/hinterlistig oder ehrlich wirkt sie auf mich weniger!

redwolf 11.09.07 17:06 :
Du hattest doch aber nach Konstellationen mit den genannten vier eindimensionalen Archetypen gefragt. Wenn jetzt natürlich der Hübscheste, der Geilste, der Religiöseste und der Unrockbarste hinzukommen, dann sieht die Welt natürlich anders aus. :)

Also mittendrin die Aufgabe verändern zählt nicht. Wenn die Aufgabe lautet: "Ein Zug fährt mit 60km/h von A-Dorf ins 27km entfernte B-Stadt. Ein Auto verläßt auf der exakt neben der Bahnlinie verlaufenden Landstraße mit 75km/h B-Stadt in Richtung A-Dorf", dann ist es wenig zielführend, plötzlich C-ingen und einen Radfahrer mit ins Spiel zu werfen, der die Weichen verstellt, weil er denkt, der Zug habe Castor-Behälter geladen.

firestarter81 11.09.07 17:38 :
Den Ausführungen von redwolf schließe ich mich an bzw. hätte ähnliches geschrieben.

Ähnlich deshalb, weil ich an dem Punkt, dass der Hinterlistige den Stärkeren mit Versprechungen lockt, den Intelligenten in die Position bringe die es ihm erlaubt die Versprechungen des Hinterlistigen ad absurdum zu führen und/oder sollte er nichts von diesen Versprechungen wissen, einen erneuten Einfall hätte um sich mit einer Idee/einem Plan wieder an die Spitze zu bringen...:)

Kon 11.09.07 18:57 :
@redwolf. Ne, hast schon recht. Ich hatte gedacht, dass die Rangliste damit beendet wäre. Auch ich dachte, der Hinterlistige würde am Ende gewinnen. Aber der Einwand von firestarter bringt ja wieder den Intelligenten nach vorne. Das bringt mich zu einer neuen Überlegung:
So gesehen kann der Hinterlistige noch so viel unternehmen und sich neue Pläne ausdenken, der Intelligente gewinnt immer, WEIL da ja noch der Ehrliche ist, den der Intelligente zu Rate ziehen kann und damit, mit einer 2:1 Mehrheit, den Starken überzeugen müsste.

Also wäre es wohl so, dass (a) der Intelligente zuerst an die Macht kommt, wird dann (b) vom Hinterlistigen mit Hilfen des Starken von seinem Thron verstoßen, kann aber dann (c), mit Hilfe von Logik, Überzeugung und dem Beistand des Ehrlichen wieder nach ganz oben kommen.

Konstellationen würden dann wie folgt aussehen
im Falle (a):
1. der Intelligente
2. der Starke, den es ist immer gut den Starken an seiner Seite zu haben
3. der Ehrliche, denn der Intelligente kann den Hinterlistigen nicht leiden und kann ihn als Erster auf den vierten Platz verweisen (wenn wir davon ausgehen, dass der Erste immer die Positionen der Anderen bestimmen kann)
4. der Hinterlistige

(b)
1. der Hinterlistige
2. der Starke, der Starke muss natürlich seine Position behalten, denn er ist auch in diesem Fall die Stütze des Hinterlistigen
3. der Intelligente, denn der Hinterlistige hat insgeheim Angst vor dem Intelligenten und versucht ihn auf dieser Position ruhig zu stellen
4. der Ehrliche, denn der Hinterlistige weiß noch nicht, dass der Ehrliche für ihn zum Problem werden kann.

(c)
1. der Intelligente
2. der Starke, er behält immer seine Position, kommt also im Schnitt am besten weg
3. der Hinterlistige. Diesmal hat der Intelligente intelligent gehandelt und den Hinterfotzigen an dritter Position gesetzt, um diesmal ihn zu beschwichtigen. Vielleicht klappt es ja. Wahrscheinlich ist es, denn so dumm ist der Hinterlistige nicht, noch mal den gleichen Fehler zu machen.
4. der Ehrliche. Der Ehrliche ist der Gearschte, denn er war hier nur mittel zum Zweck um den Intelligenten, über den Starken, wieder an die Macht zu bringen. Da es in seiner Natur liegt ehrlich zu sein, hat auch der intelligente Führer nicht zu befürchten, dass der Ehrliche auf einmal unehrlich wird und sich mit dem Hinterlistigen zusammensetzt, der ihn überredet, ausnahmsweise mal unehrlich zu sein, um den Starken erneut rum zu kriegen.
Wie gesagt, der Ehrliche hat in allen zwei Szenarien die Arschkarte gezogen und in einem die halbe Arschkarte. Aber vielleicht macht ihm das auch gar nichts aus, er kann ja eh nichts dagegen machen, und ruht sich auf seiner weisen Haut, vielleicht als Eremit in einem dunklen Loch in der Wüste, aus.

PS. Die Überlegung von Redwolf, dass der Hinterlistige an der Macht bleibt, ist nur dann gewährleistet, wenn der Hinterlistige mit Hilfe des Starken den Intelligenten und den Ehrlichen mundtot macht, unterdrückt oder ganz auslöscht. Im Extremfall muss aber nur der Ehrliche ausgelöscht werden, denn vom Intelligenten allein geht keine Gefahr mehr aus.
Entzugserscheinung 11.09.07 19:25
Wie sagte einst Reagan..

Nuke em!

dreist 15.09.07 16:24 :
Ich würde annehmen der Intelligenste. Um den Starken braucht er sich meiner Meinung nach keine Sorgen zu machen, da dieser meist auch der Dümmste ist und somit - meiner Meinung nach und hingegen der einiger anderer - somit keine Chance hat an die Macht zu kommen. Er würde auf jeden Fall an dem Hinterlistigsten scheitern. Das Gleiche Schicksal wird den Ehrlichen ereilen, denn geht es um Macht, siegt hinterlistig meist über ehrlich. Bliebe also noch der "Falsche".

Da der Intelligeteste mindestens so schlau sein muss wie die drei anderen Charaktere (und somit auch mindestens so schlau) wie der Hinterlistigste, wird er ihn durchschauen können.
Um nun auf die Mischformen zurückzukommen: Nur weil er intelligent ist, muss er nicht zwangsläufig auch ehrlich sein. Er könnte in einem ähnlichen Maße hinterlistig o. berechnend sein (was viele intelligente Leute sind). Setzen wir nun also voraus, dass der Hinterlistigste nicht halb so intelligent ist wie der Intelligenteste hinterlistig, ist für mich die Situation eindeutig.

Ansonsten sind jetzt wohl alle Klarheiten beseitigt. ;-)

Lot75 15.09.07 17:06 :
Im Leben gewinnt immer der Hinterlistigste.
Beispiele:
Im Beruf kommen hinterlistige Schleimscheißer am weitesten.
oder
In Beziehungen spielt der Hinterlististge die entsprechenen Parteien gegeneinander aus, um zum Ziel zu gelangen.
 
Kon 15.09.07 17:27 :
Ich glaube, im realen ist es eine Mischung aus Unterschiedlichen Intelligenz- und Hinterlistigkeitverteilungen, wie es schon dreist bemerkte, die sich ständig gegenseitig um die Führungspositionen bringen.
Ich denke, im Durchschnitt wird sich der Intelligente mit einem ausgeprägten Teil an Hinterlistigkeit statistisch gesehen öfter in und an die Führung bringen können.

Der Intelligente ohne Hinterlistigkeit wäre wohl der naive Wissenschaftstyp, der sich leicht ausnutzen lässt.

Eine eindeutige Lösung, was die ersten angenommen Charaktertypen angeht, wird sich wohl nicht finden lassen, aufgrund normalerweise vorkommenden Vermischungen der Attribute. Es bleibt also Raum für weitere Interpretationen.


So, das war es schon. In dem Thread ging es noch ein bisschen weiter, was aber für das Thema nicht unbedingt relevant ist, weshalb ich es einfach weglasse.
Ich hoffe, ihr könnt was damit anfangen, es hat euch etwas unterhalten, ich zumindest habe hiermit, ohne viel Denkarbeit, meine sechste Veröffentlichung im Dezember geschafft. Huriiiioooo....

Montag, 7. Dezember 2009

Hanna Poddig bei Illner - Ein Ökoengel zum verlieben

Eigentlich fehlen mir die Worte, die beschreiben sollen, was mich zu diesem Beitrag motivierte. Im Grunde genommen nur Frau Poddig. Als ich sie neben E.on Kraftwerkmanager Wulf Bernotat sitzen sah, blieb mir schon bei der ersten Großaufnahme förmlich der Atem stecken, weil sie ihn mir mit ihrem strahlenden, klaren und kühlen Blick regelrecht in meinen Lungenflügeln einfror. Diese glänzenden Augen und das Gesicht eines Engels. Dazu fällt mir spontan nur der Fall Amanda Nox - der "Engel mit Eisaugen" ein. In sie könnte ich mich auch kopflos verlieben, wäre da nicht dieser mörderische Hintergrund, der mir wieder etwas Kopf zurückbringt und mich gedanklich ernüchtert. Aber Hanna Poddig, die optisch ähnlich viel Feuer und Eis ausstrahlt, um die Hölle im ständigen Wechsel einzufrieren und wieder aufzutauen, ist wohl das absolute Pendant dazu. Sie verpflichtet sich nicht der eigenen körperlichen Lust, sonder mehr dem Überleben des Planeten. Ich gebe zu, da hat sie sich viel vorgenommen. Mit dieser Kleingruppensisyphusrevolution wird sie wohl, so leid es mir tut, für mich und für die Welt,  mit nicht viel mehr als persönliche Genugtuung, wenigstens etwas versucht zu haben, belohnt werden. Ihre Ziele sind scheinbar so hoch gesteckt, dass sie unerreichbar bleiben für den normalem Erdenbewohner, und auch für mich unerreichbar, denn ich stehe zwar, was meine Ansicht und meine Einsicht angeht, nicht weit von Frau Poddig entfernt, doch wenn es um meine Persönlichkeit geht, finde ich mich fest einbetoniert in lethargischer Unfähigkeit, weder willig noch wollig, mich vor Castortransporte zu werfen oder Brandenburger Tore zu besteigen, um dort transparente Umdenkflaggen zu hissen. Ja, Frau Poddig, sie haben Recht, aber das wird, wenn wir Pech haben, die Welt nicht retten.
Ich versuche die Dinge ja immer noch ein wenig optimistisch zu sehen, das halb volle Glas zu leeren und die letzten Schlucke zu genießen, während ich mir vorstelle, wie toll es wäre mit Ihnen zusammen auf meiner Ikeacouch zu liegen, bei Pizza und Wein, einen Bluerayfilm auf einem 52" Flachbildfernseher zu sehen und durch meine Surroundanlage zu genießen, während im Nachbarzimmer der Computer schon seit drei Tagen ununterbrochen läuft.
Ja, ich weiß, wir sind wirklich zu verschieden. Aber das ist eben meine Art mit der Realität umzugehen, von schönen Dingen zu träumen, während mir der Arsch auf Grundeis geht, weil sich die Zukunft der Menschheit scheinbar jetzt schon mit dem Polkappen auflöst.
Also, Hanna Poddig, machen sie weiter so, auch wenn es mir dann schlechter, aber der Welt, zumindest aus ihrer Perspektive, dann etwas besser geht.
<3

Freitag, 4. Dezember 2009

Das Unwort des Jahres 2009

Ich nehme die Wahl des Unworts 2009 einmal vorweg und in die eigenen Hände.
Die einköpfige Jury hat sich diesmal für das Wort:
Wachstumsbeschleunigungsgesetz 
entschieden.

Erklärung und Begründung der Jury:
Das Wort erklärt eine Festlegung für etwas, auf das die Politik nur begrenzt Einfluss hat. In diesem Fall legt der Staat eine Wachstumsbeschleunigung fest, kann aber nicht wirklich dafür garantieren, da unsere Wirtschaft im globalen Zusammenhang steht und mit den Wirtschaften anderen Länder steigt und fällt.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Mittwoch, 2. Dezember 2009

GEWALTverbrechen - oder warum härtere Strafen nicht abschrecken

Ich möchte hier kurz Stellung beziehen und teilhaben an der immer aktuellen Diskussion, wie der Rechtsstaat auf  Gewaltdelikte reagieren soll/kann/muss/will und damit passend auf die Empörung, ausgelöst durch die funktionierende Vernetzung von Bürger und Fernsehen und/oder Bild-Zeitung, reagiert - beginnend mit Versprechungen und Gesten der Beruhigung und Beschwichtigung, der im Laufe der Zeit Gesetze verankert im Strafgesetzbuch zum Schutze der Bevölkerung folgen. Ich will nicht abstreiten, dass besondere Strafen abschreckend wirken können, Straftaten vermindert werden, aber ich bezweifle diesen positiven Effekt im Moment, zu dem ich gleich Stellung beziehen werde, wenn es um Gewaltdelikte geht. 
Warum bezweifle ich es?
1. Ich unterstelle einen gewissen Zugang zu Bildung, um sich vollkommen bewusst zu werden, was für Folgen eine Gewalttat nach sich ziehen kann. Damit meine ich nicht, dass ein junger Mensch mit hohem Aggressionspotential nicht weiß, dass Gewalt falsch und Mord ein Verbrechen ist, sondern dass dieses Verständnis nicht in seinem Denken verankert ist, da seine Sicht auf Gewalt durch seine Lebenssituation eher relativiert ist, da er vielleicht die Titel der Bild-Zeitung lesen kann, in denen Gewaltverbrechen zur Schau für die Massen werden, er sich aber die Bild-Zeitung nicht kauft, um darin zu lesen, und ihn die Schlagzeilen über Gewalt vielleicht eher zu Gewalt motivieren, noch sich für die Hintergründe solch einer Tat oder die Folgen solcher interessiert und sich deshalb nicht darüber aufklärt, davon abgesehen, dass es, auch wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass bei seinen Aktionen das Opfer tödlich zu Schaden kommen KANN, es ihm natürlich gar nicht um Mord geht. Womit ich übergehe zu Punkt
2. Der Täter: Ich nehme hier den jüngeren (Jugendlicher/junger Erwachsener) Gewaltverbrecher, der schon in frühen Jahren Gewalt begegnet, in einem Umfeld auf wächst, in der Gewalt zum Tagesgeschehen gehört, in der das Recht des Stärkeren ausgelebt wird, in dem ihm selbst Gewalt angetan wird, der schließlich in Ausübung von Gewalt gegen Andere einen Weg findet, um sich gut und besonders zu fühlen. Die Gewaltkarriere dieses Menschen beginnt schon früh, ebnet sich ihren Weg über Schlägereien, die vielleicht schon im Kindergarten, noch spielerisch, aber schon unverhältnismäßig, ihren Anfang finden. Im Laufe seines Lebens erfährt er, dass dem Mitschüler die Nase blutig schlagen zwar Konsequenzen nach sich zieht, diese Konsequenzen aber seinen Lebensstil und sein Lebensgefühl nicht übermäßig einschränken. Und irgendwann steht er dann das erste mal vor dem Jugendrichter und erfährt erneut, dass er zwar falsch gehandelt hat, dieses aber mit dem umherschieben von Omis im Altersheim ab gestraft wird. So verhärtet sich in seinen Gehirnschaltungen womöglich die Einstellung, dass Gewalt zwar (immer noch) falsch ist, aber sie unter bestimmten Umständen (schon wieder) keine Einschränkung für seinen Lebensstil bedeuten oder sein Lebensgefühl einschränken. Er redet sich ein, dass er die Kontrolle über sein Handeln, über seine Gewalt hat, dass er die Gewalt beherrscht und nicht sie ihn, was zutrifft, solange er sich nicht in einer Gewaltsituation befindet. Sobald er aber in sie hineinkommt verliert er die Kontrolle. Sein Adrenalinspiegel steigt, sein Serotoninspiegel sinkt, sein Herz hämmert, sein Blutdruck explodiert mit den Schlägen und Tritten auf sein wehrloses Opfer. Und nun entscheiden die Umstände in seinem Gehirn, die Schaltkreise der Wahrnehmung, die Schutzmechanismen, die vielleicht aktiviert werden, vielleicht nicht,  über den weiteren Verlauf und die Folgen der Eskalation, nun entscheidet die Kondition und der abschließende Zustand des Opfers, der die Gewalt einsteckt, über den Strafbestand, wenn der Gewaltausteiler von der Polizei abgeführt wird, und wenn der Gewalteinstecker noch einmal glimpflich davon gekommen ist, dann ist auch der kleine Bube, der im Kindergarten Schelte für seine unverhältnismäßige Spielerei einsteckte, im großen Buben noch mal glimpflich davon gekommen und sieht seinen Lebensstil und sein Lebensgefühl weiterhin nicht bedroht, bis zur nächsten Gewalttat, die ihn schließlich, auf Kosten des Opfers, stoppt und vorübergehend aus der Gesellschaft entfernt.

Nach meiner Beurteilung entscheiden die Umstände und nicht die Strafen, ob ein Mensch zu Schaden oder gar zu Tode kommt bei einer Gewaltausübung.
Unter diesen Umständen hätten höhere Strafen kaum eine präventive Wirkung, würden den Ausgang einer Gewalttat, vor allem im Laufe der Gewalttat nicht beeinflussen können, nicht abschreckend wirken.

Also müssen wir wohl die Umstände verändern, die zu solchen Taten führen. Und wenn wir die nicht in den Griff bekommen, müssen wir dann die Folgen daraus härter anpacken, brauchen wir dann härtere Strafen schon für Kinder und Jugendliche, schon für leichtere Gewaltverbrechen? Wenn das beinhaltet, dass man sich pädagogisch um die Kleinkriminellen müht, sich mit ihnen zusammen setzt und sich mit ihren Problemen auseinandersetzt, dann würde ich sagen: Ja
Wenn man sie (egal ob Erwachsene oder Jugendliche) nur weg sperrt und ihre Zeit absitzen lässt, dann werden sie vielleicht erneut zur Bedrohung, sobald sie wieder freien Boden unter den Füßen spüren. Dann müsste man sie wohl für immer weg sperren, was aber nicht geht und deshalb sollten wir wohl wieder an die Umstände ran. Und wenn wir das versäumen, dann bleibt der Bild-Zeitung zumindest noch die Schlagzeile.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Wie wir sind - ein Modell-versuch

Die großen Fragen der Religion, Philosophie, Psychologie, Biologie, wer wir sind, woher wir kommen, wohin wir gehen, sie begleiten uns, verfolgen uns, orientieren und desorientieren uns. Wir suchen die Antworten, wir brauchen die Fragen. Auch mich beschäftigen diese Themen immer wieder und gelegentlich konstruiere ich mir eigene Antworten, die mir helfen sollen, mich besser zu verstehen.
Im einfachen, reduzierten und leicht verständlichen Modell sehe ich den besten Zugang zu unserer komplexen Persönlichkeit. Wer sich selbst durchschauen will, sollte sich erst einmal unkompliziert skizzieren, seine Umrisse erstellen, eine Umrandung für sein Ich-Universum zeichnen. Auf dieser Basis kann dann jeder beginnen, die eigenen Inhalte zu erarbeiten.
Zumindest versuchte ich mich mir auf diese Art und Weise näher zu bringen und habe mir ein Typenmodell erdacht, welches mir Orientierung im verdschungelten Konbewußtsein geben sollte. Dieses Modell möchte ich hier nun vorstellen. Wie es zu bewerten ist, überlasse ich jedem selbst und verweise auf den Warnhinweis am Ende des Textes.

Welcher Typ Mensch wir sind, ist die entscheidene Grundlage für die treibende Kraft in menschlicher Bewegung - jede Form von Motivation, die sich in unterschiedlichen Aktivitäten, Kreativitäten, Veranlagungen usw. zeigt, um persönliche bewußte oder unbewußte Ziele zu erreichen. Doch ist die Motivation bei jedem unterschiedlich, auf andere Motivationsursprünge auf andere Typen von Persönlichkeit zurückzuführen. 
Ich unterscheide dabei 4 unterschiedliche Typen, die, nach meiner Überlegung, jeden Menschen anteilsmäßig, mehr oder weniger ausgeprägt, bestimmen (hier in kleinen Grafiken dargstellt):

  1. der Sucher
  2. der Finder
  3. der Warter
  4. der Macher
Im Grunde erklären sich die Begriffe fast von selbst. So könnte ich das Thema nun abschließen und eine Analyse der Fantasie der Leser überlassen, aber das würde mich doch mit einem unbefriedigendem Gefühl und Bildern von ratlosen Suchern zurücklassen. Also hier meine Erklärung, anhand von einigen Beispielen:
Der Sucher – ist jemand, der ständig auf der Suche ist. Naja, was soll ich dazu noch sagen, am besten kann man darunter den ewig Getriebenen verstehen, der im Grunde gar nicht weiß, was er will oder braucht. In jedem Menschen steckt der Sucher, aber wie bereits beschrieben, anteilig mehr oder weniger verteilt. Ist ein Teil besonders stark in einer Person ausgeprägt, verdrängt er anteilig die anderen Typen. Dies ist Kernstück meiner These, dass sich die vier Typen, wie in einem Kuchen verteilen, wobei sie in der Regel nicht überdimensioniert viele Raum für sich beanspruchen. Bei extremen Unterschieden zugunsten eines Typus, kann man wohl schon von krankhaften Zügen sprechen.
Der Finder – der Hans im Glück, bei ihm scheint alles zu klappen, das Schicksal meint es scheinbar immer gut mit ihm. Der ausgeprägte Finder lebt in den Tag hinein, genießt sein Leben ohne sich viele Gedanken zu machen, lässt sich intuitiv leiten und findet dabei doch immer den richtigen Weg. Anteilig sind aber beim Finder die anderen Typen wichtig, zu dessen Verteilungsbeispielen ich gleich noch komme, die seine Bewegungsgrundlage bestimmen, denn den reinen Finder gibt es so wohl nur im Märchen. Der manische Zustand würde wohl einem besonders dominierenden Finder am ehesten entsprechen. Wobei das finden sich dann bei ihm wohl nur auf die subjektive Wahrnehmung beschränkt.
Der Warter – der stoische Langweiler, nicht besonders aktiv und etwas träge wälzt er sich durch das Treiben um ihn herum.
Der Macher – nimmt die Dinge in die Hand, er macht was draus, ob nun auf seinem Mist gewachsen oder er bedient sich der Stärken anderer Typen, die ihre eigenen Macher nicht ausleben/ausleben können, und er verfügt über die nötige Ausdauer, um seine Ziele umzusetzen. Kampfgeist ist ein weiteres Merkmal des Machers sowie Egoismus. 

Wichtig in diesem Zuordnungsversuch ist die Verteilung der vier Typen auf den Kuchen, die bestimmen sollen, wie wir sind. Der ganze Kuchen zusammengebacken ist dann das, was wir unter Persönlichkeit oder Charakter verstehen, die Menschen mit denen wir uns jeden Tag herum schlagen müssen.
Folgend ein paar Verteilungsmöglichkeiten, wobei ich  mir eine präzise anteilsmäßige Verteilung in der Erklärung erspare. Es soll ja schließlich nur ein Orientierungsmodell sein und keine komplexer Leitfaden zur Charakteranalyse:
Der Denkertyp, der schlaue Fuchs, das Genie, wie auch immer, setzt sich zum großen Teil aus dem Typus des Suchers und des Finders zusammen. Er liebt es, sich komplexen Aufgaben zu stellen, zu forschen und findet auch noch die passenden Lösungen dazu. Der Finderanteil übernimmt dabei die Rolle des spontanen Einfalls, des Geistesblitz, der zum gewünschten Ziel führt. Zusammen genommen sind die beiden wohl das, was wir unter Intelligenz verstehen. In der Regel ist der Macher im Denkertyp zurückgestellt, sodass er nicht über ein motiviertes Geschick verfügt, seine Ideen in der Gesellschaft erfolgsorientiert und zu seinem persönlichen Vorteil umzusetzen.
Ganz im Gegenteil dazu steht der Losertyp, der Versager, der zwar über ausreichend Sucher verfügt, dem aber der nötige Finder fehlt, etwas wichtiges zu schaffen. Hat der Sucher noch eine ausgeprägte Tendenz zum Macher, dann neigt er vielleicht dazu, sich mit Betrug oder Gewalt Erfolg zu verschaffen, könnte sich aber auch als erfolgloser Kleinunternehmer versuchen, um mit einer schlechten Idee das große Glück zu finden (und natürlich scheitert).
Der Kapitalist, der Betriebswirtschaftler, aber auch der Sportler oder Arbeiter z.b., das sind die Macher in meinem Modell. Der Macher denkt produktiv, ziel- und erfolgsorientiert, er braucht auch Statussymbole, die ihn als erfolgreichen Macher erkennen lassen. Manchmal verfolgt der ausgeprägte Macher skrupellos seine Ziele, je nach dem, wie die Typenanteile in ihm zu finden sind. Sich körperlich einzusetzen ist eine andere Art des Machers, seine Ziele zu erreichen, vor allem, wenn der Finder in ihm nicht besonders stark vertreten ist. Der erfolgreiche Sportler z.B. besitzt jede Menge Ehrgeiz, ein Merkmal des Suchers, handelt aber nicht intuitiv oder lösungsorientiert, was den Finder voraussetzt und natürlich viel Macher. Ehrgeiz und Ausdauer bringen ihn in Bewegung.
Der Künstler ist schwieriger, würde ich ihn aber auch eher in Richtung Macher sehen, mit einem ausgeprägtem Teil an Finder, den Sucher wahrscheinlich etwas vernachlässigt, denn der gute Künstler arbeitet intuitiv.
Der Anteil des Warters ist dabei für jeden Menschen eine wichtige Komponente. Der Warter, der das Gegenteil von jeglichem Ehrgeiz verkörpert, bringt die nötige Ruhe und Gelassenheit in uns, sollte aber nicht die Oberhand gewinnen, weil es sich sonst negativ auf das Gesamtbild auswirkt. Wie sich der Einfluss des Warters auf eine Persönlichkeit aber genau auswirkt, je nach dem, wie stark er in welchen Konstellationen vertreten ist, kann ich aber nicht genau sagen. Das ist ein ungelöstes Geheimnis des Warters.
Natürlich steht der Mensch in Wechselwirkung mit seiner Umwelt, so können sich die Verhältnisse der Typen verändern, verschieben. Vor allem der Warter kann sich hier Raum verschaffen, der sich ausdehnt, wenn jemand ständig versucht gegen nicht einzureißende Widerstände anzurennen und dem die Energie dafür mit der Zeit ausgeht. Auch das Alter fördert den Warter in uns.

Es sind viele der unterschiedlichsten Verteilungen vorstellbar, die viele der unterschiedlichsten Menschentypen hervorbringen. In den Grundzügen unserer Persönlichkeit bleiben wir jedoch gleich, bleiben Sucher, Finder, Macher oder Warter.

ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG
!!!!!Ob dieses Modell einer tiefer gehenden, wisschenschaftlichen Analyse standhält und Grundlage für persönliche Erfolgsmodelle werden kann oder zu einer Selbstanalyse/therapie taugt, möchte ich nicht beurteilen!!!!!
ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG

Samstag, 28. November 2009

Claudia Pechstein - das muss wohl Pech sein

Die Claudia hat es jetzt auch erwischt, steckt sie nun knöcheltief im Dopingsumpf, was für sie schon schlimm genug ist, denn als Eisschnelllaufolympikin ist sie auf ihre Knöchel besonders angewiesen.
"Nur" auffällige Werte zerren an der athletischen Figur und mobilisiert in Pechstein den Widerstand, gegen den Irrsinn der Bewegung für mehr Sauberkeit im Sport anzutreten, wie wir ihn in letzter Zeit schon oft medial verfolgen konnten. "Ich habe nicht gedopt" ist aus dem Munde eines Spitzensportlers dabei wohl eines der wichtigsten und glaubwürdigsten Argumente, um die eigene Unschuld zu unterstreichen, denn dieses anzuzweifeln, unsere Vorbilder und Idole, die weißen Ritter im Kampf um internationale Überlegenheit und Anerkennung zu beschmutzen, lässt sofort und immer wieder die Säulen des Sportpalastes auf der Spitze des Olymps erzittern. Und wird dann doch einer dieser glänzenden Krieger vom Ross geworfen, dann stürzen gleich alle Schuhsohlen zusammen, um ihn so schnell und so tief wie möglich in den Schlamm zu treten, damit nichts mehr übrig bleibt vom einstigen Glanz und die geblendeten Blicke der sterblichen Bewunderer wieder ungehindert auf die ungedopte Streitmacht der Sportgötter fallen können.
Aber wir wissen doch alle, auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen und uns von den Argumenten der Schönredner besänftigen lassen, dass der Sport mit Aufputschmitteln, Leistunsgverbesserern, kurz Doping, durchsetzt und durchtränkt ist. Die bekannt gewordenen Dopingskandale aber werden zu Einzelfällen stigmatisiert, die Ben Johnsons des Leistungssports in abschreckenden Medienschauprozessen abgestraft, die uns sagen sollen, dass im Grunde nicht gedopt werden kann, ohne erwischt zu werden und nach der Unschuldsvermutung die anderen Sportler demnach alle clean sind, weil sie nicht erwischt wurden.
Und deshalb kann auch die Pechstein vor die Gerichte ziehen, denn ein ganzes Volk steht mit Pippi in den Augen hinter ihr und drückt die Daumen, um die verbeulte Weste des Sports wieder gerade zu biegen.
Also, wie soll es weiter gehen im Leistungsport? Alle dopen, weil sie dopen müssen, denn sobald einer das Zeug nimmt, wird er auch gewinnen, und weil alle gewinnen wollen, auch die Ehrlichen, müssen eben alle dopen. Also warum noch weiter aussichtslos, weil der Kampf nicht gewonnen werden kann, und halbherzig, weil der Kampf nicht gewonnen werden will, gegen Doping kämpfen? Nur wegen des Images des sauberen Sport?
Dazu  hab ich leider nur eine, selbst für mich unbefriedigende Antwort: Machen wir einfach so weiter wie bisher: Das Katz und Maus Spiel, mit fetten Katzen, die eigentlich keine Mäuse mehr fressen und Mäusen die chemisch manipuliert umherflitzen und die Massen unterhalten, mit Mausefallen, die zeigen, dass die falschen Ratten leicht zu fangen sind und dem Einfallsreichtum der Nager, die Fallen wieder auszutricksen, und die überraschten und fassungslosen Reaktionen von Katzen und Mäusen, wenn sie dann doch erwischt werden, das folgende Medienspektakel und die Einschaltquoten und die Bestürzung und Empörung und das Verblassen des Donners im Jubel und Blitzgewitter der kommenden Spiele. Wenn das mal kein leckeres Brot ist für die Sesseltiger, dann weiß ich es auch nicht.

Samstag, 21. November 2009

Funktionierender Sozialismus, frei nach Kon

Das Weltwirtschaftssystem bricht zusammen, die Kapitalmärkte implodieren, die Gesellschaftsprobleme explodieren. Massen bewegen sich mit Pflastersteinen bestückt, stürzen die Demokratie in eine Diktatur, werden niedergeschlagen vom einstigen Wohlfahrtsstaat.... So und nicht anders könnte es bald überall auf der Welt aussehen, wenn das Kapital als der oft verbildlichte gefräßige Drache, sich am Ende aus reiner Gier selbst verschlingt und der kapitalistisch erkämpfte Reichtum weniger, nur noch mit der Unterdrückung vieler bewahrt werden kann.
Die Zeichen dafür stehen, zumindest aus meiner Sicht, nicht so schlecht dafür: Wirtschaftskrise, Klimakrise, Währungskrise, Bildungskrise, Gesundheitskrise usw., wo man auch hinsieht, eine Krise umkreist die andere.
Auf die aktuelle Wirtschaftskrise reagieren die Staaten mit dem scheinbar einzigen Mittel, um das nimmersatte Kapitalmonstrum zu besänftigen, und stopfen ihm noch mehr Kapital in den Rachen.
Und so scheint er erst mal besänftigt, kaut genüsslich auf den goldenen, aus Steuergeldern gepressten Konjunkturwürsten herum. Aber die sogenannten Wirtschaftsweisen sehen schon die nächste Jahrhundertkrise auf uns zu rollen. Der Drache ist immer in Bewegung.
Die einzige Rettung wahrsagen sie im eigentlichen Übel, dem Wunderkind Wachstum, das ewig weiter wachsen soll, aber in seiner Ausdehnung immer mehr Raum und Nahrung verschlingt.
Wachstum an sich ist ja nichts Schlimmes, aber in unserer Welt, in unseren Wertesystemen scheint es mehr zu zerdrücken als zu erleichtern. Der Antrieb des Wachstums in unserer Gesellschaft ist nämlich nicht die Nächstenliebe, sondern die Gier, dient dem reinen Selbstzweck. Kurz gesagt: Unsere kapitalistisch orientierten Staatsformen sind auf lange Sicht zum Scheitern verurteilt.
Und so möchte ich hier kurz zusammen gefasst eine alternative Staattsform vorstellen, von der ich weder weiß wie sie umgesetzt werden soll, noch ob sie überhaupt umgesetzt werden kann.
Weil es sich um eine nie da gewesene, utopische Konstruktion handelt, gebe ich ihr, damit sie besser zugeordnet werden kann, einen eigene Bezeichnung: Der funktionierende Sozialismus -> Konninismus.
Damit aber der Konninismus wirklich funktionieren kann, müssen erst einige Grundvoraussetzungen geschaffen sein.
Dass ich in einem Blog kein komplexes Gesellschaftssystem entwerfen kann, ist ja wohl jedem Leser klar, deshalb werde ich mich auf die Basisbedingungen beschränken, die notwendig sind, damit eine gerechte Welt ohne Gier entstehen kann:
Drei Grundbedürfnisse von Existenzen, damit diese konkurrenzlos leben können, müssen gesichert und frei und unentgeltlich zur Verfügung stehen. Das ist zum ersten Nahrung, zum zweiten Energie und zum dritten Wohnraum. Das ist sozusagen die Basis, auf der der Konninismus aufbaut und gedeihen kann.
Der Wohnraum ist fest zugeordnet, eine bestimmte Größe die sich z.B. an der Anzahl einer Familie orientiert, bzw. einer qm-Größe pro Kopf, die festgelegt ist und nicht vergrößert werden kann. Ich behaupte mal, dass nicht das Kapital an sich Übel bewirkt, sondern u.a. die Möglichkeit, sich mit Kapital Wohnraum anzueignen. Gleicher Wohnraum für alle würde zumindest dieses Wettbewerbsproblem auflösen.
Aber auch im Konninismus soll sich Leistung lohnen. Der Mensch verfügt über ein neuronales Belohnungssystem, welches man berücksichtigen muss. Arbeit an sich ist aber freiwillig, da die Existenz des Menschen durch die freie Verfügbarkeit der drei genannten Grundbedürfnisse gesichert ist, kann sich jeder selbst entscheiden, ob er etwas leistet und was er leistet. Wer aber nichts macht, der bekommt auch kein Geld (im Konninismus gibt es keine handfeste Währung, sondern nur virtuelle Einkommen bzw. Ausgaben, denn virtuelles Kapital verursacht vielleicht weniger Begehrlichkeiten, zumindest würden sich die Raubüberfälle erübrigen, das nicht übertragen werden kann, wenn keine Gegenleistung erbracht wird. Virtuelles Kapital muss ich wohl nicht erklären, wir kennen es und nutzen es heute schon täglich). Es gibt also kein sogenanntes Grundeinkommen, nein, wer sich etwas leisten will, sprich konsumieren, der muss auch etwas leisten. Wo er diese Leistung erbringen will, das kann er jedoch selbst und nicht aus der Not heraus entscheiden. Ob als Student, Dozent, ob in der Verwaltung oder in der Industrie, in der Forschung oder im Sport, als Straßenkehrer oder Zahnarzt, jeder kann machen, was er gerne möchte. Anders als in unseren Leistungsgesellschaften bekommt im Konninismus jeder für jede Leistung ein einheitliches Gehalt, welchem aber eine Art Bonussystem angehängt ist, damit sich Engagement und Motivation auszahlt. Wie genau das ablaufen kann, lasse ich hier offen, aber eins ist sicher, das Bonussystem wird in meinem Sozialismus nicht zu einem großbäuchigem Ungetüm heranwachsen, da es gar nicht ausreichend Möglichkeiten gibt, aufgrund der Wohnraumbegrenzung, Kapital in erkennbaren Wohlstand umzuwandeln. So wird sich ein fairer und funktionierender Kapitalmarkt aufbauen. Die Industrien sind verstaatlicht, verwalten sich aber selber. Gewinne die erwirtschaftet werden, fließen, da sie in Form von Privatvermögen fast nutzlos geworden sind, zu 100% wieder in die Wirtschaft und damit in die Gesellschaft zurück. Natürlich wird sich Wachstum im Konninismus nur noch im Schneckentempo fortbewegen, wenn überhaupt, das Wohlbefinden aller wird auf gleichem Niveau im Zeitlupentempo aber stetig ansteigen.
Wie gesagt, es ist ein utopisches, futuristisches Gesellschaftsbild und lässt mehr Fragen offen, als es Antworten gibt, aber ich bin sicher, es wird kommen, irgendwann, hoffentlich bevor die Welt untergeht.

Freitag, 13. November 2009

Depression - ein realistischer Blick auf das eigene Sein

Warnung: Zur Depression neigende, zu selbstkritische und labil-traurige Persönlichkeiten lesen besser nicht weiter!

Seit Robert Enkes Selbstmord redet ganz Deutschland darüber und findet sie als neue Volkskrankheit wieder: die Deppression.
Viele haben sie, fast jeder hatte sie mal gehabt oder wird sie noch haben. Jeder 5 soll daran leiden, insgesamt rund 4 Millionen. Ein Fall wie der des Profitorwarts, so tragisch er ist, scheint wie ein Befreiungsschlag über die deutschen Landen zu ziehen, denn vorher war es das große Tabuthema, die Krankheit, die heimlich ihre Opfer sucht und findet. Jetzt sehen all die depressiven und irgendwann mal depressiven die Chance, aus zu leben, was sie schon lange beschäftig und begleitet. Jetzt dürfen sie endlich depressiv sein, ohne sich schämen zu müssen, denn sie haben in der Figur Enke alle eine neue, prominente Identifikationsfigur gefunden, eine Gallionsfigur, die vorne ans sinkende Schiff gefesselt, einen guten Rammbock gegen die Mauer des Schweigens macht. 
Auch wenn wir inzwischen, dank der Medien, wohl alle wissen was Depressionen wirklich sind und wie sie sich in uns zeigen, möchte ich es hier noch einmal kurz verständlich machen.
Eine klinische Erklärung findet sich im ICD 10 für Depressionen:
[...] leidet der betroffene Patient unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von sogenannten "somatischen" Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust.[...]
Und das ist wohl der Beweis, dass wir sie eigentlich alle kennen, diese kurzen oder langen Episoden der Verzweiflung, die Zeiten der Schwere und die Gedanken über Sinnlosigkeit. Um es im fachjaggon zu beschreiben: Das ist mal wirklich krank [sick!]
Ich möchte diesen trägen Blick nun etwas verfeinern, vertiefen und beflügeln, denn ich glaube nicht, dass es sich um eine Krankheit oder einen heilbaren Zustand handelt, sondern um eine einfache Konsequenz, die Eintritt, wenn unser Bewußtsein die vorgelebte Bedeutung von Sein ablegt und zu einer pragmatischen und einer realistischen Analyse verkehrt. Das kann durch externe Einflüsse, durch Schicksalsschläge, Stress usw. oder durch interne Auswüchse spontaner Sinnlosigkeit und Auswegslosigkeit ausgelöst werden. Dann fallen wir alle in ein mehr oder weniger tiefes, mehr oder weniger dunkles Loch und hocken zusammengekauert in uns selbst.
Ist doch eigentlich sinnlos. Wozu braucht der Mensch die Depression, ist sie doch evolutionär gesehen vollkommen unvorteilhaft. Genau. Im Kampf um die besten Plätze auf der Bühne des Lebens ist Stärke ein Vorteil, Überleben eine Gunst und Bewusstsein eine Macht, aber auch ein Risiko, wie wir inzwischen erkannt haben. Bewusstsein erobert die Welt, beherrscht sie und vernichtet sie, vielleicht vollkommen und bis zum bitteren Ende und wäre dann eine Sackgasse auf der Überholspur im Artenkampf.
Wir gehen jetzt mal davon aus, dass Leben nur Zufall und Evolution ist und Bewusstsein nur eine Folge von Genkreuzungen, dass es keinen Gott gibt und kein Leben nach dem Tod, was ist das Sein dann? Das Sein ist dann eine Insel inmitten des Nichts oder ein kleiner, leuchtender Platz, auf dem Boden eines tiefen, schwarzen Loches. Und nur das Bewusstsein ist in der Lage, dies zu erkennen. Die Möglichkeit sich selbst inmitten des Raumes zu betrachten und zu bestimmen, ist vielleicht die Krönung einer Art auf unserem Planeten, aber auch ein schwere Last, die zur Belastung wird, geht einmal das Licht aus und lässt einen Blick auf das schwarze, alles verschlingende Ungetüm zu, welches uns ständig im Nacken sitzt. Nur der bewusste Blick auf das Sein gibt uns die Möglichkeit die eigene Sinnlosigkeit zu erkennen. Und um das zu verhindern, damit wir unseren evolutionärem Zweck nachkommen, hat sich das selbst erkennende Ich, im Laufe von hundertausenden von Jahren, Möglichkeiten gesucht, die Welt und sich selbst durch eine funktionierende Brille zu betrachten, hat sich mentale und folgend genetische (das scheinbar gefundene Gottes-gen) Filter eingerichtet, mit dem es sich das eigene Überleben sichert. Und es scheint in der Regel gut zu funktionieren, denn sonst würde ich hier nicht sitzen und über meine persönliche Unsinnigkeit schreiben. Aber wenn es mal nicht funktioniert, wenn die Filter abgerissen werden oder die Brille gar zerbricht, wenn die Energie nicht mehr ausreicht, die Lampen ausgehen, die unserem Platz im Loch einen Schein von Orientierung und sinnvoller Selbstdarstellung geben, unsere Insel der Existenz in Dunkelheit tauchen, dann erleben wir das kalte Grauen, dann sehen wir uns dort, wo wir herkommen und hingehen, dann erleben wir einen reinen und geklärten Blick auf die eigene Existenz. Das einzige was uns jetzt noch retten kann sind die natürlichen Ressourcen, die unsere Filter wieder instand setzen oder die medikamentösen Betablocker, Serotoninaufstocker, Dopaminausschütter, Neurotransmitterhaushaltinordnungbringer und Gesprächs- und Verhaltenstherapie.
Ja, es gibt einen Weg aus der Dunkelheit, aber leider nur zeitlich begrenzt.

Um noch mal zu Robert Enke zurück zu kommen. Er musste viel halten, zu viel halten. Am Ende hat er es dann nicht mehr ausgehalten und das Tor freigegebenen. Es kann jeden von uns treffen. Besser, wenn wir darauf vorbereitet sind.

Dienstag, 10. November 2009

Samstag, 7. November 2009

Warum Bejeweled süchtig macht (vor dem spielen bitte lesen)

Wie sicherlich bemerkt wurde, habe ich zu meiner und allgemeiner Unterhaltung ein paar Onlinespiele in die Seitenleiste gelinkt, u.a. auch Bejeweled, das lustige Edelsteinspiel. Ich kannte das Spiel vorher eigentlich nur vom hören-sagen, von einem Onlinekollegen, der mich vor Jahren schon mal subtil in die Sucht reinlegen wollte, wahrscheinlich weil er selbst süchtig war und nicht ertragen konnte, wie ich sinnvoll meine Zeit gestaltete, während er bejewelte, aber damit bei mir scheiterte. Damals habe ich es angefangen, war es jedoch schnell wieder leid. Es hatte mich nicht gepackt, war mir wohl etwas zu schwierig, vor allem, weil ich nur wenige Punkte verdiente und mich mit einem Millionenhighscore konfrontiert sah, den ich wohl niemals zu erreichen hoffte, was mein Ego beleidigte und demotivierte.   
Vor ein paar Tagen, nach der Installation von Frogger und diesem anderen Spiel, probierte ich mich dann wieder an Bejeweled, immer meinen Onlinekollegen im Hinterkopf, der mich wie ein Kobold im Nebelwald aus seinem sicheren Versteck heraus auslachte, weil ich so ein mieser Spieler war. Als ich die 100.000 Punktemarke knackte, war ich schon lange süchtig. Süchtig geworden nach zwei Tagen und ca. 40 Spielen. Nur Crack macht schneller süchtig. Natürlich muss gesagt sein, dass exzessiv betrieben alles süchtig machen kann, aber Bejeweled macht schneller süchtig und süchtiger süchtig als andere Dinge, die nicht unter das BtMG (Betäubungsmittelgesetz) fallen.
Um meiner Sucht zu entkommen, schreibe ich sie mir nun von der Seele. Ich hoffe, nach diesem Kommentar bin ich geheilt, oder habe zumindest meine Sucht so weit unter Kontrolle, dass ich nur noch ab und zu spiele.
Was mich aber viel mehr interessierte war, warum das Spiel mich so süchtig macht, schließlich gibt es etliche andere Spiele, Frogger z.B., welches mich nur wenig begeistert, und ist für mich bloß eine Art programmierter Ode meiner Kindheitserinnerungen. Um ein Problem zu verstehen, müssen wir es analysieren, es auseinander nehmen und in seinen Einzelbausteinen betrachten:
Als erstes sehen wir einen aufeinander geschichteten Haufen von bunten Steinen. Und da hat der aufmerksame Betrachter schon den ersten süchtig machenden Einzelbaustein gefunden: Edelsteine - Smaragde, Diamanten, Brillanten, Kristalle in schillernden und funkelnden Farbtönen.
Da hat sich der Programmierer was bei gedacht, denn Edelsteine machen, bzw. das, wofür sie stehen in unserer Welt, für Geld, Luxus, Macht, macht süchtig. Ganze Städte wurden zerstört und wieder aufgebaut mit Hilfe von Edelsteinen. Machen wir uns nichts vor, keiner kann einer Handvoll Diamanten widerstehen.
Die Oberfläche des Spiels richtig analysiert, dringen wir nun in seine Struktur vor. Die Steine sind in einer Art Gitternetz angelegt, ähnlich dem Gitternetz der Synapsen unseres Gehirns. Das mag für denen einen vielleicht weit her geholt klingen, aber für mich ist es eindeutig und ein weiterer Baustein der Sucht. Ein Haufen von unabhängigen Informationsträgern, die einzeln unbedeutend, aber im Ganzen betrachtet ein sinnvolles Miteinander, ein logisches und intelligentes Kommunikationssystem erstellen und unterhalten, genau wie unser Denkapparat.
Auch die Geräuschkulisse im Spiel, die immer wieder auf blitzenden elektrischen Entladungen, sind für mich ein indirekter Bezug auf die Synapsenaktivitäten, die sich mittels Stromstößen austauschen und aktivieren. Die Einfachheit des Spiels ist der Einfachheit unseres Gehirns nachgestellt --> bringe drei gleich Steine zusammen und schütte Dopamin und Serotonin aus. Am Anfang sucht unser Auge im Spiel noch träge und langsam nach diesen Zusammenhängen, aus denen aber, nach nur eine Nacht und wirren Träumen von im Stau stehenden Karnevalsumzügen, schnell ein unterbewusst ablaufender manischer Rausch geworden ist, bei dem es nur so blitzt und blinkt und die Maushand zuckt wie ein an Land geworfener Kabeljau. Mit jedem verschwinden von bunten Edelsteinen, werden die Synapsenbahnen im Gehirn breiter getreten, können mehr Glücksgefühle
transportiert werden. Ja, es ist erschreckend, eine so sinnlose Tätigkeit wie Bejeweled spielen führt zu einem genetisch durchdachten, evolutionär ausgetüftelten Überlebensreiz, eigentlich entstanden um uns einen Vorteil im Wettbewerb der Arten zu verschaffen. Und dieser Vorteil bannte/bannt mich und viele andere Onlinesüchtige stundenlang an dieses Spiel. 

Das war meine Suchtanalyse zu Bejeweled. Hoffentlich nachvollziehbar und abschreckend genug.

PS. Ich werde das Spiel aber vorerst nicht aus meinem Blog nehmen, nicht um euch in Versuchung zu bringen, sondern um meinen Widerstand zu formen und zu festigen. Du musst dich mit deiner Sucht auseinandersetzen, sie verstehen, sie akzeptieren und dich ihr mit festem Stand gegenüberstellen. Sonst wirst du sie nie los und sie wird dich als lachender Kobold im Nebelwald ein Leben lang verfolgen.

mfG
Euer Bejeweldtherapeut

Dienstag, 3. November 2009

Die Arschkriechertheorie

Wir kennen sie alle, die Schleimer, die Speichellecker oder so genannten Arschkriecher, oder wir glauben sie zu kennen. Sie sind ein Teil unserer Gesellschaft, oder sind sie unsere Gesellschaft? Vielleicht baut unser ganzes soziales Zusammensein auf Arschkriecherei auf, ist zumindest eine wichtige Komponente in der Sozialpsychologie. Diese Idee versuche ich nun zu analysieren, gebe einen einfachen Erklärungsfaden, der komplizierte Verhaltensmuster vom Miteinander der Menschen darstellt und auf das Wesentliche reduziert: das Arschkriechen.
Ich gehe hier davon aus, dass es in jedem von uns steckt, das Bedürfnis in die Ärsche anderer zu kriechen. Jeder ist somit ein Arschkriecher, auch wenn wir uns selbst nicht als solchen sehen. Es ist ein klares Verhaltensmuster, das auch verantwortlich dafür ist, dass die Menschen sich nicht immer gut verstehen, dass sie nicht zueinander passen oder besser ausgedrückt ineinander passen.
Anhand einfacher grafischer Darstellungen versuche ich dieses Prinzip zu erklären.

Wir sehen hier zwei Typen von Arschkriechern, welche die Vielfalt von Persönlichkeit darstellen sollen.
Den eckigen und den runden Kriecher:







Diese beiden Formen müssen nun, weil es ihrer Natur entspricht, immer in Ärsche zu kriechen, hinein in die dunklen warmen Backen. Das Problem ist nun aber, dass die angestrebte Höhle der Form des Kriechers entsprechen sollte, wie wir auf folgender Grafik erkennen können:









Dies ist aber nicht immer der Fall. Die Aufenthaltsorte der Individuen sind, hier vereinfacht dargestellt, entweder eckig oder rund. Das kann aber der Aufenthaltssucher in der Regel vorher nicht wissen oder erkennen. So schiebt er sich durch die Öffnung hindurch und muss bemerken, dass, wenn die Formen unterschiedlich sind, er eigentlich nicht hineinpasst. Was passiert jetzt?
Es gibt zwei Möglichkeiten, er bleibt drinnen oder er wird ausgeschieden.
Wenn er im Arsch stecken bleibt, gibt es mehrere Prozesse, die dann in Gang gesetzt werden und das zukünftige Miteinander bestimmen.
  1.  Der Kriecher passt sich seiner Umgebung an. Er verändert seine Form, seine Gestalt (seine Persönlichkeit) und bringt sich in die Form, die vom Arsch vorgegeben wird. Eine Harmonie ensteht.
  2. Der Kriecher passt sich nicht an. Er hat soviel Härte, Stärke und Ausdauer, dass er den Raum nach seinen Bedürfnissen verändert, also umgekehrt, die Gestalt, Form des Arsches verändert. Auch hier entsteht eine Harmonie.
  3. Der Kriecher passt sich nicht an, der Arsch passt sich ebenfalls nicht an. Ein Ausscheidungsprozess kommt aber, unter welchen Umständen auch immer, nicht in Frage. Dies ist eine sehr unangenehme Situation, sowohl für den der rein kommt, als auch für den, der rein lässt. Eine Disharmonie entsteht. 
In der Regel wird der Arsch immer versuchen, den unangenehmen, nicht passenden Eindringling raus zu drücken. Das geschieht in der Regel sehr schnell, man merkt also sofort, wenn man nicht zusammen passt und geht sich aus dem Weg. Leider sind wir oft gesellschaftlich z.B. im Beruf aneinander gekettet, finden keine Ausweichmöglichkeiten und müssen nach der Arschkriechtheorie in Disharmonie miteinander leben, weil wir keine Einigungsmöglichkeiten zulassen.
Diese einfach verbildlichte Analyse ist vom Prinzip her auf alle komplizierten Beziehungen zwischen Individuen übertragbar, nur sind unsere Formen eben nicht nur quadratisch oder rund, sondern viel komplexer, mit vielen Kanten und Kerben, mit vielen Höhen und Tiefen, und somit sind auch die Anpassungsprozesse in der Wirklichkeit viel komplexer, müssen wir z.B. manche Dinge an uns verändern, können wir andere beibehalten.
Auch die Anpassungsphasen als Solche können sich über einen längeren Zeitraum dehnen, brauchen Zeit, Veränderungen stellen sich vielleicht nach Jahren ein, vielleicht nie. Manchmal müssen wir viel Geduld mitbringen. Der schnellste und schmerzloseste Weg jedoch findet sich über die Einsichten, im wahrsten Sinne des Wortes, in den Arsch hinein sehen, die Formen erkennen, wenn wir in Harmonie miteinander und ineinander leben möchten.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Bilder entfernt

Nach einem Hinweis von Marc Shake, Gott beschütze ihn, habe ich mich etwas im Internet umgesehen und mich darüber aufgeklärt, dass das Verlinken von Bildern strafbar sein kann, wenn sie urheberrechtlich geschützt sind. Es ist mir zu umständlich, für jedes Bild den Uhrheberschutz zu erfragen, deshalb lasse ich ab jetzt die Bilder einfach ganz weg.
Sowas kann sonst teuer werden... Zu teuer, für ein Bloghobby

Montag, 26. Oktober 2009

Die sexuelle Demütigung des Mannes schreitet voran. Eine erste-Person-Perspektive aus männlicher Sicht

Mit der derzeitigen Modevorliebe der Frauen, ich nenne es das Strumpfhosenbedürfnis, enger, knapper, figurbetonter, setzt sich der allgemeine Trend des weiblichen Geschlechts fort, sexuelle Überlegenheit und weibliche Macht über den Mann intelligent in die Wirklichkeit zu tragen. Die sexuelle Demütigung des Mannes durch die Frauen hat sich damit wieder um einen Gang beschleunigt.
Sexuelle Demütigung? Aber wieso denn, mag sich wohl nun mancher fragen.
Nun, diese Frage ist leicht zu beantworten. Es hat etwas mit der Natur des Mannes zu tun, seiner genetisch auferlegten Bestimmung, sein Erbgut verteilen zu müssen. Es ist ein unbändiger, erbarmungsloser Trieb, der in uns brodelt und nur durch die explosionsartigen Ergüsse männlichen Magmas (vorübergehend) gestillt werden kann.
Diese männliche Schwäche wird vom weiblichen Geschlecht zunehmend gereizt und erniedrigt.
Die Erniedrigung findet täglich statt, und ist in vielen demokratischen Ländern im Grundgesetz, als Würde des Menschen und die menschliche Gleichstellung von Mann und Frau verankert. Dieses Grundgesetz verschafft den Frauen die nötigen Freiräume, um ihre Überlegenheit, die, wie gesagt, nur auf der Schwäche des Mannes fußt, aus zu leben. 
Aber wieso denn, könnte man schon wieder fragen. Dass Frauen ihre Körper zeigen, ist doch etwas schönes, etwas woran sich die Männer erfreuen können. Jein. Es stimmt schon, wir Männer lieben die weiblichen Körper, die geschmeidigen Bewegungen, die wippenden Grazien, in ihren seidigmattglänzenden, herbstfarbenen Leggins, wir lieben ihre wohl geformten Schenkel und  erfreuen uns ihrer ästethischen Natur, aber das ist nur eine von mehreren Stufen. Die erste Stufen nenne ich hier Stufe F (Freude), und wo Stufe F aufhört, da beginnt die nächste Stufe, ich nenne sie hier Stufe L (Lust). Und bei Stufe L beginnt das Dilemma von männlichen Gier, der fortschrittlichen moralischen Gesellschaft und der damit einhergehenden Demütigung. 
Es gab eine jarhundertelange, in vielen Teilen der Welt immer noch anhaltende Neigung, die Frau zu beherrschen, sie klein zu halten, damit sie uns nicht kontrolliert, denn ihre Kontrollwut über uns Männer ist scheinbar grenzenlos. Noch gibt es keinen Staat, in dem das männliche Geschlecht angekettet und versklavt, die Herrschaft der Frau mit seinem gekrümmten Rücken stützt, aber in geheimen Winkeln, in Domizilen weiblicher Herrschaft wird es schon jahrelang praktiziert. Und diese Unterdrückung lassen sich die dominanten Bestien auch noch teuer bezahlen.
Den öffentlichen Raum aber haben wir schon so gut wie verloren. Genau hier leben sie ihre weibliche genetische Autorität aus. Hier präsentieren sie sich, stolzieren an uns vorbei, attackieren uns mit ihren Reizen, aktivieren Stufe F und verhöhnen Stufe L. Mit ihren Körpern, geschützt vom Rechtsstaat, zerdrücken sie die männliche Seele.Und wie reagieren die meisten Männer darauf? Scheinbar gleichgültig akzeptieren wir unsere Hilflosigkeit, kreuzen die Wege der Sexbomben und sind innerlich so gehemmt und gefesselt, dass wir nur heimlich wagen, einen Blick zu riskieren. Die meisten Männer gehen wie uninteressiert, unbeeindruckt vorüber, als wäre die sexuelle Auffälligkeit der Frauen eine Selbstverständlichkeit, ein alltägliches Erscheinungsbild, zu dem sie inzwischen ja auch geworden sind, aber die Alltäglichkeit ist von dieser unausgesprochenen Überlegenheit gezeichnet, der sie niemals Blöße zeigen dürfen.
Zum Glück sind die Frauen sich dieser Macht in den seltensten Fällen bewusst, fühlen sich benachteiligt, vernachlässigen ihr Stärken, werden dick und/oder ängstlich, was auch daran liegt, dass sie sich noch im Kampf befinden, Territorium erobern müssen, denn im Moment sind wir immer noch das beherrschende Geschlecht, und viele Opfer bringen. Aber wer weiß, wie lange noch. Bis dahin wird weiter gekämpft, und Männer, die Grenze F ausreizen, die Frauen im öffentlichen Raum anflirten, anpfeifen oder sonst irgendwie anmachen, werden mit arroganter Missachtung sanktioniert, im schlimmsten Fall sogar lauthals gedemütigt. Und wir können nichts dagegen machen, wenn wir nicht wollen, dass uns der Rechtsstaat seine klauenhaften Fingernägel, von 102 Bundesrichtern sind schon 25 weiblich, in den Rücken treibt.

Aber um diese Perspektive etwas zu entzerren: Den meisten Männern macht das gar nicht so viel aus, sie sind sich dessen nicht bewusst, schaffen es immer noch den Spieß um zu drehen, die weiblichen Schwächen zu nutzen, um einen männlichen Vorteil zu ziehen, Frauen zu erobern und zu handhaben.
Nur ein bestimmter Teil unserer Männerschaft, Männer die von Natur aus Angst vor Frauen haben oder Frauen respektieren, so wie ich, sind eindeutig benachteiligt und müssen sich weiterhin im öffentlichen Raum von sexy Frauen demütigen lassen und werden dadurch weiter psychisch entmannt.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Eine Suchmaschine verändert die Welt....

Dies wird kein wirklicher Kommentar, eher eine kleine politisch motivierte Kunstaktion, um die Möglichkeiten einer Suchmaschine auszuschöpfen, um ein Handvoll Wörter, wenige Buchstaben kurz, kleine Wörter, aber mit großer Bedeutung, in die Augen der Zensurmarionetten im Dienste menschenrechteverachtender Diktaturen und  Terrorregime zu schaufeln.
Wir wissen alle, wie Google funktioniert, mit Beschlagwortung u.a. was so viel heißt wie, bestimmte Wörter werden abgefragt und fließen in die Suchmaschine ein, wenn danach gesucht wird, oder so ähnlich. Mit Sicherheit funktionieren auf diese Weise auch die Indizierungssuchprogramme, die Augen der Zensurmarionetten. Diese kleinen, falschen, verblendeten, die gerne in die Ärsche ihrer Führer kriechen würden, um zu sehen, ob sich dort nicht eine kritische Made eingenistet hat. Und so werde ich hier im Anschluss einfach einen Cluster von Wörtern einbinden, die eine Wahrscheinlichkeit erhöhen sollen, sowohl von Suchmaschinen, als auch von Filterprogrammen erfasst zu werden.
Was soll das bringen? Vielleicht ist es naiv zu glauben, dass es irgendwas bringt, dass es irgendeinen Einfluss auf irgendwen hat oder nimmt, geschweige denn, dass es funtioniert, aber was solls, das ist das I N T E R N E T, hier ist A L L E S möglich.
Und nun die Wörter:

USA Iran China 西藏 Tibet Menschenrechte حوق بشر Human Rights 人权 Pressefreiheit Freedom of Press 新闻自由Korruption فساد 官商勾结 Unrecht بی‌انصافی Unjustness 委屈 Diktatur حکومت مستبدانه Dictatorship 专政 Platz des himmlischen Friedens Tiananmen Square 天安门广场 Studenten دانشجو Students 同学们 Ermordung قتل Homicide 谋杀Repression افسردگي Unterdrückung 民族压迫 Niederschlagung سرکوبAbolition 镇压平息停止撤消豁免赦免冷凝 Zensur سانسور censorship 网络内容审查 Folter شکنجه Torture 上刑 Falsch 可怕 Wrong اشتباه Guantanámo CIA عراق جنگ Irak-Krieg Iraque-War 美伊战争
USA Iran China 西藏 Tibet Menschenrechte حوق بشر Human Rights 人权 Pressefreiheit Freedom of Press 新闻自由Korruption فساد 官商勾结 Unrecht بی‌انصافی Unjustness 委屈 Diktatur حکومت مستبدانه Dictatorship 专政 Platz des himmlischen Friedens Tiananmen Square 天安门广场 Studenten دانشجو Students 同学们 Ermordung قتل Homicide 谋杀Repression افسردگي Unterdrückung 民族压迫 Niederschlagung سرکوبAbolition 镇压平息停止撤消豁免赦免冷凝 Zensur سانسور censorship 网络内容审查 Folter شکنجه Torture 上刑 Falsch 可怕 Wrong اشتباه Guantanámo CIA عراق جنگ Irak-Krieg Iraque-War 美伊战争  
USA Iran China 西藏 Tibet Menschenrechte حوق بشر Human Rights 人权 Pressefreiheit Freedom of Press 新闻自由Korruption فساد 官商勾结 Unrecht بی‌انصافی Unjustness 委屈 Diktatur حکومت مستبدانه Dictatorship 专政 Platz des himmlischen Friedens Tiananmen Square 天安门广场 Studenten دانشجو Students 同学们 Ermordung قتل Homicide 谋杀Repression افسردگي Unterdrückung 民族压迫 Niederschlagung سرکوبAbolition 镇压平息停止撤消豁免赦免冷凝 Zensur سانسور censorship 网络内容审查 Folter شکنجه Torture 上刑 Falsch 可怕 Wrong اشتباه Guantanámo CIA عراق جنگ Irak-Krieg Iraque-War 美伊战争
USA Iran China 西藏 Tibet Menschenrechte حوق بشر Human Rights 人权 Pressefreiheit Freedom of Press 新闻自由Korruption فساد 官商勾结 Unrecht بی‌انصافی Unjustness 委屈 Diktatur حکومت مستبدانه Dictatorship 专政 Platz des himmlischen Friedens Tiananmen Square 天安门广场 Studenten دانشجو Students 同学们 Ermordung قتل Homicide 谋杀Repression افسردگي Unterdrückung 民族压迫 Niederschlagung سرکوبAbolition 镇压平息停止撤消豁免赦免冷凝 Zensur سانسور censorship 网络内容审查 Folter شکنجه Torture 上刑 Falsch 可怕 Wrong اشتباه Guantanámo CIA عراق جنگ Irak-Krieg Iraque-War 美伊战争


Mittwoch, 21. Oktober 2009

Thilo Sarrazin und die Sarazenen

Da scheint sich ja einer gut aus zu kennen mit sozialen Unterschichten. Bei seinem Gehalt von mindestens 100.000€ im Jahr (vage Schätzung), ist es natürlich verständlich, dass von oben die kleinen Kopftuchmädchen alle gleich aussehen. Mit Wischmob und Putzeimer bestückt, ziehen sie zwischen den Zehen vom Ex-Bundesbankvorstandschef ihre feuchten Bahnen. Da kann es schon mal passieren, dass man die eine oder andere unbeholfene Türkenputze unter seinen Lackschuhen zermalmen möchte.
Und zermalmende Bemerkungen traten aus Sarrazins Mundwinkeln, nur, dass sie ihr Ziel verfehlten und das nazigebeutelte Deutschland sie konsequent auf Theo selbst zurückschleuderte.
Und so zermalmte sich Sarrazin selbst, der doch eigentlich nur sagte, was er dachte, was so viele, die eigentlich kaum nachdenken, auch denken und natürlich sagen, aber nicht mit dem anschließenden Medienecho, welches einem bekannten Politiker, Macht- und Medienmenschen, wie ihm, gebührt.
Und plötzlich spaltet Thilo, wie Moses das rote Meer, das deutsche Land, das vorher so geeint war und zusammen hielt, spreizt es in der Ausländerfrage in Für- und Gegenpositionen, liefert den Grundstein für erbitterte Argumentationsschlachten, was denn nun wahr ist und was unwahr, bzw. was man sagen darf und was nicht, wenn man ein Thilo Sarrazin ist.
Aber immerhin, es bewegt sich was. Die Köpfe bewegen sich. Sie drehen sich  von rechts nach links, verfolgen den Ball, wie er hin- und her gespielt wird, bleiben immer dran und warten auf den letzten Satz. Aber der letzte Satz ist noch nicht gesprochen, solange noch gesprochen werden kann. Solange die Positionen klar und ausgeglichen verteilt sind, niemandem die Argumente und guten Ratschläge ausgehen, gibt es eigentlich auch kein Integrationsproblem.
Also lassen wir uns noch ein wenig Zeit mit dem Handeln, denn wenn wir den armen Türken helfen, dann werden sich gleich auf die armen Deutschen zu Wort melden, die vom Staat leben, den Staat ablehnen und nicht für eine vernünftige Ausbildung der Kinder sorgen und ständig neue kleine Sozialhilfeempfänger und Sozialschmarotzer produzieren.
Wenn man den ganzen Menschen helfen wollte, dann müsste man wohl ein vollkommen neues Deutschland erfinden.
Aber im Moment geht es ja noch. Wir haben noch eine Mittelschicht, den sogenannten Mittelsstandsbauch, der nicht von der Unterschicht getragen wird und scheinbar besser funktioniert als die Denkapparate der Oberschicht, der sich schützend über das Land wölbt und allen Menschen Wurst aufs Brot bringt. Also weiter reden, weiter diskutieren, debattieren, argumentieren, schwafeln, sülzen und natürlich k o m m e n t i e r e n. . . . . .

Samstag, 17. Oktober 2009

Den Blog, den einer liest

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo
Diesen Kommentar möchte ich meinem ersten regelmäßigen Leser widmen.
Ich bin ehrlich, der Titel dieses Posts sollte eigentlich lauten "Den Blog, den keiner liest", für dessen Veröffentlichung ich mal wieder meine selbsbeschäftigunstherapeutische Seite aufsuchte, um mich über die unendliche Tiefe des Internets und den für den einfachen Googlianer unauffindbaren Wert meiner schriftlich offenbarten und gesellschaftskritischen Geisteshaltung zu mokieren.
Und dann sah ich meinen ersten regelmäßigen Leser und war entzückt. Da gab es wirklich jemanden in den Weiten des virtuellen Universums, der 1. meinen Blog gefunden hat und sich 2. als regelmäßiger Leser, wahrscheinlich, um Teil meines aufgeklärten Realitätssinns zu werden, hier eingetragen hat.
Entzückt klickte ich gleich den Link an, der mich zu ihm brachte, und fand Günther Grass, nein, Ralph Giordano, nein, auch nicht, niemand weniger als Marc Shake.
Marc Shake, du hast dich also als regelmäßiger Leser eingetragen, und weil ich wirklich so entzückt darüber bin, ist dieser Kommentar nur dir gewidmet. Du bist nun nicht mehr nur ein verlinktes Klickstück im Seitenteil, nein, du bist inhaltlicher Wert dieses Blogs geworden, Teil eines weltoffenbarenden Konzepts, Zahnrad im revolutionären Gedankengut zukünftlicher und gegenwärtiger Weltverbesserer (alle die, die diesen Blog lesen und lesen werden, denn was einmal ins Netz kommt, wird für immer hängen bleiben und Generation von Realitätsflüchtigen erhellen), die wir uns, wenn der Tag gekommen ist, erheben, aufstehen und irgendwas rufen werden, das klingt wie "Put your Hands up in the Air". Aber wir werden dann nicht Aufsucher eines Werkenntwengelages in angemieteter Großraumdisco sein, nein, wir formen die Welt neu, nach unseren Vorstellungen, mit der Kraft unserer Gedanken, mit der Macht des WWW.
Marc, möge das WWW mit dir sein.
oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo
PS. für den zweiten regelmäßigen Leser wird es keinen eigenen Text geben, aber für den 1000000ten Hahahaha

Freitag, 9. Oktober 2009

Der Friedensnobelpreis für herausragende Gesten geht an: Barack Obama


Eins vorweg. Ich möchte nicht die Entscheidung des Nobelkomitees kritisieren, doch möchte ich kurz hinterfragen, wofür manche in der heutigen Zeit einen Friedensnobelpreis bekommen. Dafür muss ich mir nur die Begründung für die Vergabe vor Augen halten und die passenden Fakten, die dahinter stehen, bewerten.
Wie folgt begründet das Komitee (aus Spiegel online übernommenes Zitat):
Seine Diplomatie beruht auf dem Konzept, dass diejenigen, die die Welt führen, dies auf der Grundlage von Werten und Haltungen tun müssen, welche von der Mehrheit der Weltbevölkerung geteilt werden.
und
Alles, was er in seiner Zeit als Präsident angepackt hat, und wie sich das internationale Klima durch ihn verändert hat, ist schon mehr als Grund, ihm dem Friedensnobelpreis zu verleihen.
Mein Statement hierzu: Ist es nobel, ist es herausragend und bewundernswert, dass Staatsführer, die obersten Volksvertreter von Nationen, gleich welcher, auf der Grundlage von ethischen Werten argumentieren und kommunizieren, dass sie diese Werte hoch halten und sie zum Grundprinzip des Handels erklären? Ist es notwendig eine sprachliche Lanze für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit  zu schlagen? Sollte nicht jedes gewählte Oberhaupt eines Landes diese Werte vertreten und sich stark machen für die ethischen und moralischen Rechte der Menschen?
Aber was hat Obama eigentlich gemacht, außer die Welt scheinbar mit einfachen Gesten der Brüderlichkeit zu vereinen. Was hat er angepackt, außer den Dingen, die zur Grundhaltung eines jeden Menschen gehören sollten, aber vor allem von Menschen, die das Schicksal der Welt in Händen halten, die über Krieg und Frieden entscheiden können und sich manchmal entscheiden müssen. Und wenn sie sich für den Frieden entscheiden dürfen, dann scheint das eine unglaubliche noble Tat zu sein, ein Akt der Selbstaufopferung, ein diplomatischer Geniestreich, für den man mindestens 10 Friedensnobelpreise verliehen bekommen sollte.

Um meine selbst gestellten Fragen zu beantworten: Ja, scheinbar, nein, unbedingt ja. Ja, er hat den Friedensnobelpreis verdient. Aber genau das macht mir Sorgen. Genau das zeigt mir die Situation, in der wir uns alle befinden.
Es erschreckt mich, für welche einfachen Gesten jemand heutzutage den Friedensnobelpreis verliehen bekommt, was mir zeigt, in was für einem geistigen Kriegszustand sich unsere Länder immer noch befinden. Ein fast schon mittelalterliches Imponiergehabe von Macht und Überzeugungen, von besseren und schlechteren Werten, von Freiheiten und Unfreiheiten, die sich immer wieder neu definieren, je nach dem, wer gerade dazu berufen scheint, sich verbal für das eigene Gutmenschsein zu rechtfertigen.
Und mir kommt es immer als Rechtfertigung vor, auch wenn es sich um ehrliche, aufrichtige und richtige Reden handelt, wie von Barrack Obama z.B., denn in dieser Welt gibt es ersichtlich noch keinen gemeinsamen Weg, und deshalb sind für mich auch die gut gemeinten Gesten nur hilflose Ausflüchte, das Beste aus dem miesen Klima herauszuholen. Und eine gute Rede ist ein netter Anfang.
Aber es sind eben nur Reden, eine von vielen Reden, die aufeinander prallen und gelegentlich mit Ehrungen ausgezeichnet werden. Werden müssen, weil bestimmte ethische Werte immer noch nur Ideale sind und keine Allgemeingültigkeit besitzen.

Aber so ist das nun mal. Frieden machen, das sind scheinbar keine Taten, sondern nur Worte und Versuche, die näher bringen sollen, die zum Dialog führen, der hoffentlich etwas mehr Sicherheit bringt, in einer Welt, in der Superbomben, Tarnkappenflieger, Satellitenspionage, Hightechkriegsführung  Kapitalinteressen, Ressourcengier schützen, nationale Sicherheit versprechen, aber immer auch eine Option zu jedem Frieden bieten, um Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit zu importieren.

1000 Jahre später in einer Welt ohne Krieg im historischen Museum der vereinten Welt: "Und hier sehen sie die Relikte einer barbarischen Zeit, als die Menschen sich noch gegenseitig ehrten, wenn sie etwas für den Frieden taten - Die Friedensnobelpreisträger ...." 

Freitag, 2. Oktober 2009

Neue Themen braucht das Land

Update 05.10.09

Die politischen Parteien mühen sich neue Themen zu finden, neue Ziele, die ihnen ein eigenständiges, wählbares Profil verpassen. Die Schwammigkeit der Volksparteien führte zum Wählerschwund.  Piratenpartei schlug mit aktueller Interessensbefriedigung in Sachen neuer Medien mit 2% bei den Wahlen ein.
So möchte ich hier ein paar Themen anbieten, aus denen sich Parteien beliebig herausnehmen dürfen, was ihnen ein zukunftsorientiertes Image verpassen könnte. Politischen und gesellschaftlichen Weitblick vermisse ich in unseren Regierungsbildern (von bilden) schon lange.
Ich bin vollkommen von der Richtigkeit meiner "Reformen" überzeugt, würde, wenn ich über das nötige Kapital und Beziehungen verfügte, vielleicht sogar eine neue Partei auf Grundlage dieser Ideen gründen. Doch wähle ich den einfacheren, schnelleren Weg, um die Gesellschaft und deren Werte neu zu definieren.

  1. Sterbehilfe ab 60 - Unsere Wertevorstellungen sind schon lange überholt. Christlich geprägte Daseinsberechtigungen verhindern eine selbst bestimmte Existenz. Der einsame, kranke oder einfache nur lebensmüde Mensch im Alter sollte nicht nur frei darüber entscheiden können, ob und wie lange er noch lebt,  er sollte auch Möglichkeiten in der Gesellschaft finden, die ihm ein schmerzloses Ableben in Würde ermöglichen. Dafür muss in den Köpfen ein Umdenken, was Leben ist, wie man Leben definiert, stattfinden. Der Tod sollte nicht länger tabuisiert werden. Er ist Teil des Lebens und ihm sollte vielleicht nicht unbedingt mit Freude, aber mit mehr Akzeptanz begegnet werden. Sterbehilfeeinrichtungen sind eine mögliche Antwort darauf und könnten nebenbei Arbeitsplätze schaffen und mit jedem Menschen, der sich aus der Gesellschaft verabschiedet, werden Renten- und Krankenkassen entlastet. 
  2. Geburtenrate senken - Ganz im Gegensatz zu aktuellen politischen Vorstellungen und in Verbindung mit Punkt 1., Entspannung des demographischen Generationenproblems, kann und sollte unsere Welt, die schon massiv unter der Überbevölkerung leidet, durch eine Ein-Kind-Politik, wie wir sie aus China kennen, entlastet werden. Die Probleme unserer Welt, Hunger, Umweltverschmutzung und Erderwärmung, Artensterben, das sich daraus, aber auch aus der Ernährungsproblematik ergibt, wären wohl auf einen Schlag gelöst, könnte die Weltbevölkerung auf vielleicht drei Mrd. gedrückt werden. Eine Belohnung von vielen Kindern, wie sie bei uns z.B. vorgenommen wird, muss sofort beendet werden. Einen einheitlichen Kindergeldsatz, von sagen wir 350€, unabhängig davon, wie viele Kinder man hat, würde das Geburtenproblem von selbst lösen und gleichzeitig die Staatskassen entlasten. Die Kinder könnten nun durch den finanziellen Zugewinn, sowohl in privater als auch öffentlicher Hand, besser und qualifizierter gefördert und ausgebildet werden. 
  3. Religionsfreiheit einschränken - Wie ich schon bemerkte, würde eine Umsetzung der ersten beiden Punkte an den religionsorientierten Wertvorstellungen und nicht zuletzt am Religionslobbyismus scheitern. Die Gesellschaften in der Welt müssen erst vom Gotteswahn befreit werden, um sich reformieren zu können. D.h. nicht, dass Glaube verboten werden soll oder kann. Nein, aber die Möglichkeiten, seinen Glauben in die Welt und in die Köpfe anderer Menschen zu tragen, müssen eingeschränkt werden. So sollte Religion nicht mehr öffentlich ausgetragen werden, sondern nur noch auf privaten Veranstaltungen, für die nicht geworben werden darf. Die Menschen müssen selbst aktiv werden und die Begegnungsstätten aufsuchen. Weitere Maßnahmen zum Schutz des freien Willens sind das Kirchen läuten verbieten, Religionsunterricht an Schulen abschaffen, Feiertage umbenennen oder neue Feiertage als Ausgleich zu den alten finden und auch das Verbot im Eigenheim Religion auszuüben ist ein wichtiger Punkt, der vor allem die Kinder vor Beeinflussung schützen soll, den ich nicht zu erwähnen vergessen will. Natürlich muss auch die Kirchensteuer abgeschafft werden. Dafür könnte man dann eine Sozialsteuer einführen, die direkt an Hilfsorganisation weitergeleitet wird.
  4. Schulsystem reformieren - Ein wichtiger Punkt zur Bildungsoffensive könnte dieser Umgestaltungsvorschlag unserer bekannten Schulformen sein. Das Gesamtschulenkonzept ist zwar ein richtiger und wichtiger Schritt, um Chancengleichheit zu stärken und die Bildungsschere zu verkleinern, ist, meiner Meinung nach, aber nicht radikal genug, zu zahm, um eine optimale Förderung unseres Nachwuchses zu ermöglichen, orientiert sie sich doch immer noch am alten Klassenverbandsystem, das eine optimale, individuell orientierte Ausbildung erschwert. Ein neues Konzept muss her. Nennen wir es das Konsche Schulmodell. Wichtige Voraussetzung ist eine frühere Einschulungsmöglichkeit, je nach Eignung der Kleinen. Eine Empfehlung der Vorschule, ehemals als Kindergarten bezeichnet, deren Schwerpunkt die spielerische Vorbereitung auf die Schulphase ausmacht, kann eine unterschiedliche Einschulung zwischen 6 und 8 Jahren empfehlen. Die anschließende Einschulung erfolgt in Klassenmodellen, wie wir sie bisher schon kennen. Der Unterschied ist aber, dass nicht die Klasse, nach einem Jahr, als Ganze "aufgestuft" wird, sondern nur der einzelne Schüler in den einzelnen Fächern, der Klassenverband sich so also aufweicht und der Schüler in einen neuen leistungsbezogenen Fächerverband eintritt, der die Schüler, die sich auf einer ähnlichen Lernstoffebene befinden, mit Bildung versorgt. Dies ist eine völlig andere Form von Ausbildung und erfordert ein Umdenken in der Schulstruktur, die natürlich vorher ausgearbeitet werden muss. Kernstück dieser Reform ist die Möglichkeit, den Bedarf und die Talente der Schüler individuell direkt ersehen und fördern zu können. Defizite können so besser ausgeglichen werden, da Schüler mit ähnlichen Bildungsniveau immer, in den jeweiligen Fächern, zusammen lernen. Die Folge ist eine Vermischung unterschiedlicher Altersgruppen, je nach Veranlagung und Interessen und eine Vermeidung der Sozial- und Bildungsabstufung des Kindes als Ganzes, wenn es bestimmte Leistungen nicht erfüllt und sitzen bleibt, wie es im Moment praktiziert wird, von der ich denke, dass es, im Gegensatz zum Konkurrenzdenken der einzelnen Klassenverbände, die soziale Kompetenz eher fördert. Schüler, die in bestimmten Fächern keine Aufstufung erreichen, können im Nachmittagsunterricht gezielt gefördert werden und verlieren nicht gleichzeitig ihr Leistungsanspruch in Fächern, in denen sie stark sind und eine Aufstufung erreichen können.  Wie gesagt, es ist ein sehr komplexer Bereich. Dies ist nur eine Basisidee, auf der ein erfolgreiches Bildungsmodell gegründet werden kann.
    Das waren erst mal vier Punkte, um Zukunft besser zu gestalten. Natürlich sind diese Ideen viel komplexer und vielleicht noch wirklichkeitsfremder, als sie sich hier lesen, aber es ist ein Anfang.

    Mittwoch, 30. September 2009

    A little help for Guido



    If you be so kind because this is a german press conference. I please you to be appreciative of that, as it is accepted in Great Britain that you naturally speak english, it is accepted in Germany that you speak german here.
    You ask the same question for agencies, just now from the international corner. And i give you the same answer, i gave to your german colleague currently, the thing with the regard to foreign affairs i said before, i currently repeated it again, but a debate about any agencys and responsibilities in the next federal government i will not conduct. In content i currently answered the question it is essential our program. And to make it just clear, it is gladly able that we meet each other fabulous beyond the press conference for a tea and just speaking english but ........this is Germany here.

    Sonntag, 27. September 2009

    Google wählt schwarz/gelb


     Ob es nun gewollt ist oder Zufall. Naja, wenn es Zufall ist, dann sind die Grafiker, Layouter und Psychologen der Marketinkabteilungen von Google entweder farbenblind oder dämlich. Für mich ist das ein zweideutiger Aufruf schwarz/gelb zu wählen. So was hätte man auch anders gestalten können, farbneutraler, z.B. schwarzer Kreis  und kugelschreiberblau fürs Kreuzchen. Aber nein, hier wird Wahlmanipulation vom Feinsten betrieben. Wunderbar manipuliertes Unterbewusstsein. Eben noch gegoogelt und schon sitzt der zur Gruppe der Unentschlossenen gehörenden Klein Otto in der Wahlkabine und macht sein Kreuzchen, in kugelschreiberblau übrigens,  da, wo es ihm vorher Google tiefenpsychologisch eingeritzt hat. Oh Gott, bei schwarz/gelb. Normalerweise hätte Klein Otto sein Kreuz bei den Grünen gemacht, weil grün die dominierende Farbe seines Wohnorts, Mietwohnung in parkähnlicher Umgebung, waldnah und die Tapete im Wohnzimmer ist übrigens auch grün.
    Naja, da 3/4 aller Haushalte in Deutschland über INternetzugang verfügen und sagen wir 3/4 dieser Nutzer Google als Suchmaschine nutzen, wird, frei nach C.G.Jung, schwarz/gelb die WAHL GEWINNEN. Vielleicht überbewerte ich die suggestive Kraft einer Suchmaschine aber auch etwas. Wir werden sehen.

    Freitag, 25. September 2009

    Der Wähler entscheidet - sich oder nicht?


    Der wohl beliebteste und meist gehörte Satz aus Politikermund ist wohl in diesen Tagen "Der Wähler entscheidet sich...". Im Kontext, dass der Wähler entscheidet, wer mit wem koaliert, davon abgesehen, dass eh kaum noch eine Partei mit der anderen koalieren wird, wandert dieser Satz munter durch die Medienlandschaften und übergibt dem kleinen Mann und der kleinen Frau die gottähnliche Kraft, staatliche Macht zu gestalten. Das hätten die Parteien wohl gerne und haben es auch gerne, nach der Wahl die Schuld dem Wähler zuzuschieben, dass bestimmte Koalitionen eingegangen werden MÜSSEN. Der Wähler hat schließlich entschieden. Aber hat er das wirklich? Indirekt, ja, aber direkt entscheidet der Wähler doch nur, welche Partei ihm am liebsten ist, welcher Politiker ihm sympathisch und welche politische Ideale er in Zukunft über das Land kommen sehen will. Er entscheidet ob er zur Wahl geht, wo er sein Kreuzchen setzt. Welche Parteien oder Partei am Ende die Macht übernehmen/übernimmt, das kann der einzelne Wähler an sich doch gar nicht wirklich entscheiden. Das wäre ja noch schöner, wenn eine Stimme über die Zukunft des Landes bestimmt. Nein, am Ende entscheiden scheinbar die Parteien, anhand der Stimmenauswertung, wer die Regierung bildet. Aber wenn Politik zu ihrem Wort steht, dann sind diese Entscheidungen im Grunde ja schon vorher getroffen worden. Die einzigen akzeptierten Koalitionen bisher sind Rot/grün und schwarz/gelb. Und was ist, wenn stimmrechtlich keines dieser Bündnisse zustande kommen kann? Müssen wir dann noch mal wählen gehen, damit wir uns als Wähler und schließlich die Politik entscheiden kann? Nein, nein und nochmals nein. Der Wähler entscheidet nicht, die Wähler entscheiden nicht, nicht mal die Politiker entscheiden. Am Ende entscheiden nur die Zahlen und die Zahlen haben kein Gewissen.
    Also noch mal, im kleinkariertem Klartext: Der Wähler entscheidet nicht, der Wähler beeinflusst mit seiner Wahl die politische Landschaft in Deutschland. Warum nicht gleich so? Weil wir diese Phrase brauchen, um zur Wahl zu gehen, weil wir uns wichtig und mächtig fühlen sollen oder weil die Politik sie braucht, um nachher mit dem Finger auf Andere zeigen zu können und trotz aller Versprechungen und Bekenntnissen nachher nicht zu seinem Wort steht?

    Am Ende bleiben nur die Fakten. Aber wer möchte die Zukunft des Landes schon handfesten Statistiken, roten, grünen, gelben oder schwarzen Grafiken überlassen. Nein, niemand. Und deshalb werden wir zu Zahlen gemacht, zu farbigen Balken und Prozenten. Hinter den kalten Grafiken stehen dann Millionen von Individuen, stehen wir, wir kleben als Torte zusammen, die zwar farblich getrennt ist, aber geschmacklich nach Einigkeit aussieht. Und die Torte wird dann zum Bundestag und dann stimmt es ja irgendwie doch, dass wir die Wahl entschieden haben.

    Freitag, 18. September 2009

    Al-Qaida verantwortlich für Bankencrash


    Nach dem neuen Video von Al-Qaida können wohl alle Zweifel ausgeschlossen werden. Der Bankencrash geht auf die Kappe von Bin Laden. Der Bonner Islamist Bekkay Harrach  zog im neusten Coup der afghanischen Terrororganisation die Fäden, die sich mit dem Fall von Lehman Brothers zu einer tödlichen Schlinge um den Hals unseres Finanzsystems zusammen zogen. Al-Qaida hat nun die wirklichen Schwachpunkte des Westens ausgemacht und sticht gnadenlos in die Mutter unseres Strebens, auch als Mammon bekannt.
    Scherz beiseite. Der neue Anzug, in den sich Al-Qaida nun hinein zwängt, zeigt einen Richtungswechsel in der Angstmaschinerie der Koranmissdeuter. Hier wird die Nähe zum Westen gezeigt, die uns immer gefehlt hat, die uns endlich die Augen öffnet und vor Angst erstarren lässt. Al-Qaida ist unter uns, sie bewegen sich in den Bankenvierteln, in den Manageretagen und Führungsebenen unseres Landes und wir können sie nicht sehen, denn sie haben sich perfekt der westlichen Umwelt angepasst. Also wem können wir jetzt noch unser Geld anvertrauen, hinter jeder Krawatte könnte ein fanatischer Islamist stehen, und mit dem Geld, das wir ihnen in die offenen Hände legen, finanzieren wir den nächsten Terror, den nächsten Anschlag, den nächsten Börsensturz.

    Donnerstag, 17. September 2009

    Amokläufer umgeht Verschärfung des Waffengesetz


    Was hat er sich nur dabei gedacht, der 19 jährige aus Ansbach? Ein Amoklauf mit Axt und Molotowcocktails.
    Was soll unser Staat nun unternehmen, die gesetzlichen Hände scheinen hier gebunden, kann man doch nicht einfach das Waffengesetz verschärfen, die Öffentlichkeit mit einer banalen Geste der Beruhigung zum vorübergehenden Schweigen bringen.
    Im medialen Blitzgewitter nach dem letzten Amoklauf waren sich alle einig, jetzt muss etwas passieren. Auf dem Papier wurde eine Agenda gegen die nächste Tragödie gestartet, Waffengesetze, vorher schon so gut wie sicher, jetzt noch sicherer. Wer weiß, wie viele Amokläufe bisher durch diese Maßnahmen verhindert werden konnten. Und nun das!? Mit einfachsten Mitteln einen Amoklauf durchführen, mit einschlagendem "Erfolg". Wurden wir nicht ein bisschen für dumm verkauft, dass Schüler nur mit Waffen aus Papas Hobbyschützenarsenal, ihren Frust, ihre Angst und Wut auf unserer Ausbildungssystem ausdrücken können. Was wollen die Politiker nun unternehmen? Mit welchen Kontrollen und Sicherheitssystemen das kommende Unheil vermeiden? Wie wäre es mit Sicherheitsfirmen, Kameras, Polizeipräsenz auf Schulhöfen! Metalldetektoren an Eingängen, am besten zu allen öffentlichen Einrichtungen! Irgendwelche Maßnahmen müssen ja ergriffen werden. Am Schulsystem darf man nicht rütteln, vor allem nicht in Bayern. Leistungsdruck ist wichtig im globalen Wettbewerb. Das Abitur am besten noch um ein Jahr verkürzen. Mehr Druck wird zu mehr Kraft und damit Leistung führen. Das ist doch eine einfache Logik, eine physikalische Weltordnung, die man einfach auf die psychische Selbstordnung übertragen kann.
    Es ist ja noch mal glimpflich ausgegangen. Keine Toten, der Amokläufer wurde niedergeschossen, Opfer und Täter werden wohl überleben, den schärferen Waffengesetzen sei gedankt. Und wer ist nun verantwortlich für die Tat. Die schnellsten Finger werden wohl auf das Elternhaus deuten, die labile Psyche des jungen Erwachsenen, der wahrscheinlich seine Zeit mit Gewaltfantasien verbrachte, die er in Gewaltfilmen und Gewaltspielen auslebte, die toleranten, entweder zu auto-/ oder antiautoritär eingestellten Elternteile, die Ausgrenzung und die Hänseleien an der Schule, die Lehrer, die schlechte Noten vergeben. Irgendwas wird sich schon finden.
    Lassen wir uns überraschen, welche kreativen Zeigefinger unsere Politiker nun aus den Hosentaschen zaubern.

    Sonntag, 13. September 2009

    Das TV-Duett - Merkel und Steinmeier

    Heute Abend ist es soweit, auf vier Programmen wird es live, ganz nach amerikanischem Vorbild, im Zweiparteiensystem Deutschland.. Stop. Zweiparteiensystem in Deutschland? Gibt es da nicht noch andere Parteien, die wir vergessen haben. Ach ja, FDP, Die Grünen, die Linke usw., die sind aber nicht dabei. Warum eigentlich nicht? Na ja, wohl wegen des Zweiparteiensystem in Deutschland. Also doch, zumindest wird es so von den Medien heute Abend suggeriert. Also, in wenigen Stunden ist es so weit, das Duett Steinmeier - Merkel im Duell. Nach Aussage der Ausgegrenzten, die ja gnädigerweise ein eigenes Fernsehduell zugesprochen bekamen, wird da aber nicht viel passieren. "Kanzler und Vizekanzler im Gespräch", wurde es so und so ähnlich formuliert.
    Blicken wir einmal kurz zu den großen TV-Duellen der deutschen Fernsehgeschichte zurück. Schröder - Stoiber und Schröder - Merkel. Ja, es gab nur zwei und heute gibt es eine Fortsetzung. Endlich! Und die davor? Was wurde uns geboten? Eine Auswahl an Themen, zu denen sich jeder Kandidat, eine begrenzte Zeit äußern darf, ein wenig Auseinandersetzung zwischen den Anwesenden, eine sachliche, kontrollierte und strukturierte Kleindebatte, die einen gewissen Unterhaltungswert hat, aber dem Zuschauer in in der Regel keine Wahlentscheidung abnimmt. Die Duelle waren natürlich immer so gut vorbereitet, dass es keine Verlierer gab und der Gewinner für den Bürger, je nach dem welcher Partei er sich näher fühlte, nur bestätigt wurde. Also keine verbalen Ausrutscher, keine Blöße, nur zwei Wortakrobaten, die sich um ihre Standpunkte schlängeln wie zwei allwissende Blindschleichen.
    Und wird es heute einen Unterschied zu den bisherigen "Kanzler"Duellen, die wohl nur eine Art Abfrageunterhaltung für die Einschaltqoute gewesen waren, geben. Wohl nicht: Zeitlich begrenzte Redezeit, abgesteckte Themen zu denen jeder sein vorformuliertes Statements abgeben wird. Und wo bleibt die Spannung? Es wird so spannend oder langweilig werden, wie die Auseinandersetzungen von damals. Irgendwie wirkt das Duell auf mich bloß wie ein gut inszeniertes Vorstellungsgespräch, in dem sich die zwei Parteivorsitzenden, die wir doch schon so gut kennen, des Zweiparteiensystem Deutschland, dem Zuschauer und potentiellen Wähler vorstellen. Steinmeier, den man im dunklen leicht mit Schröder verwechseln könnte und Merkel, die einen Wahlkampf a la Obama durchzieht 'ich gewinne eh, also muss ich mich nicht mit den Anderen rumprügeln'. Das Merkel gewinnt, darauf wurde sie ja schon von Obama persönlich hingewiesen.
    Also was bekommen wir heute Abend? Das gleiche langweilige hin und her von Meinungen, die sich irgendwie alle toll an hören, weil sie natürlich vorher schon so toll wie möglich ausgearbeitet wurden, und im Anschluss wird kräftig analysiert, werden aus Gestiken und Mimiken, Gewinner und Verlierer heraus interpretiert. Das war dann das große TV-Duett 2009 im Zweiparteiensystem Deutschland. Und was ist, wenn die Linken irgendwann die SPD an Wahlstimmen übertreffen? Dann gibt es entweder eine Koalition, ähnlich CDU/CSU und wir bleiben beim Bekannten TV Duell oder das Fernsehen kehrt zur gewohnten Elefantenrunde zurück, in der sich keiner der "Kleinen" ausgegrenzt sieht und wo immer die Fetzen flogen. Oder doch lieber, vielleicht schon beim übernächsten TVDuell, Guido Westerwelle gegen Renate Künast oder Oskar Lafontaine gegen Horst Seehofer oder Udo Voigt gegen Jens Seipenbusch.