Dienstag, 3. November 2009

Die Arschkriechertheorie

Wir kennen sie alle, die Schleimer, die Speichellecker oder so genannten Arschkriecher, oder wir glauben sie zu kennen. Sie sind ein Teil unserer Gesellschaft, oder sind sie unsere Gesellschaft? Vielleicht baut unser ganzes soziales Zusammensein auf Arschkriecherei auf, ist zumindest eine wichtige Komponente in der Sozialpsychologie. Diese Idee versuche ich nun zu analysieren, gebe einen einfachen Erklärungsfaden, der komplizierte Verhaltensmuster vom Miteinander der Menschen darstellt und auf das Wesentliche reduziert: das Arschkriechen.
Ich gehe hier davon aus, dass es in jedem von uns steckt, das Bedürfnis in die Ärsche anderer zu kriechen. Jeder ist somit ein Arschkriecher, auch wenn wir uns selbst nicht als solchen sehen. Es ist ein klares Verhaltensmuster, das auch verantwortlich dafür ist, dass die Menschen sich nicht immer gut verstehen, dass sie nicht zueinander passen oder besser ausgedrückt ineinander passen.
Anhand einfacher grafischer Darstellungen versuche ich dieses Prinzip zu erklären.

Wir sehen hier zwei Typen von Arschkriechern, welche die Vielfalt von Persönlichkeit darstellen sollen.
Den eckigen und den runden Kriecher:







Diese beiden Formen müssen nun, weil es ihrer Natur entspricht, immer in Ärsche zu kriechen, hinein in die dunklen warmen Backen. Das Problem ist nun aber, dass die angestrebte Höhle der Form des Kriechers entsprechen sollte, wie wir auf folgender Grafik erkennen können:









Dies ist aber nicht immer der Fall. Die Aufenthaltsorte der Individuen sind, hier vereinfacht dargestellt, entweder eckig oder rund. Das kann aber der Aufenthaltssucher in der Regel vorher nicht wissen oder erkennen. So schiebt er sich durch die Öffnung hindurch und muss bemerken, dass, wenn die Formen unterschiedlich sind, er eigentlich nicht hineinpasst. Was passiert jetzt?
Es gibt zwei Möglichkeiten, er bleibt drinnen oder er wird ausgeschieden.
Wenn er im Arsch stecken bleibt, gibt es mehrere Prozesse, die dann in Gang gesetzt werden und das zukünftige Miteinander bestimmen.
  1.  Der Kriecher passt sich seiner Umgebung an. Er verändert seine Form, seine Gestalt (seine Persönlichkeit) und bringt sich in die Form, die vom Arsch vorgegeben wird. Eine Harmonie ensteht.
  2. Der Kriecher passt sich nicht an. Er hat soviel Härte, Stärke und Ausdauer, dass er den Raum nach seinen Bedürfnissen verändert, also umgekehrt, die Gestalt, Form des Arsches verändert. Auch hier entsteht eine Harmonie.
  3. Der Kriecher passt sich nicht an, der Arsch passt sich ebenfalls nicht an. Ein Ausscheidungsprozess kommt aber, unter welchen Umständen auch immer, nicht in Frage. Dies ist eine sehr unangenehme Situation, sowohl für den der rein kommt, als auch für den, der rein lässt. Eine Disharmonie entsteht. 
In der Regel wird der Arsch immer versuchen, den unangenehmen, nicht passenden Eindringling raus zu drücken. Das geschieht in der Regel sehr schnell, man merkt also sofort, wenn man nicht zusammen passt und geht sich aus dem Weg. Leider sind wir oft gesellschaftlich z.B. im Beruf aneinander gekettet, finden keine Ausweichmöglichkeiten und müssen nach der Arschkriechtheorie in Disharmonie miteinander leben, weil wir keine Einigungsmöglichkeiten zulassen.
Diese einfach verbildlichte Analyse ist vom Prinzip her auf alle komplizierten Beziehungen zwischen Individuen übertragbar, nur sind unsere Formen eben nicht nur quadratisch oder rund, sondern viel komplexer, mit vielen Kanten und Kerben, mit vielen Höhen und Tiefen, und somit sind auch die Anpassungsprozesse in der Wirklichkeit viel komplexer, müssen wir z.B. manche Dinge an uns verändern, können wir andere beibehalten.
Auch die Anpassungsphasen als Solche können sich über einen längeren Zeitraum dehnen, brauchen Zeit, Veränderungen stellen sich vielleicht nach Jahren ein, vielleicht nie. Manchmal müssen wir viel Geduld mitbringen. Der schnellste und schmerzloseste Weg jedoch findet sich über die Einsichten, im wahrsten Sinne des Wortes, in den Arsch hinein sehen, die Formen erkennen, wenn wir in Harmonie miteinander und ineinander leben möchten.

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