Freitag, 2. Oktober 2009

Neue Themen braucht das Land

Update 05.10.09

Die politischen Parteien mühen sich neue Themen zu finden, neue Ziele, die ihnen ein eigenständiges, wählbares Profil verpassen. Die Schwammigkeit der Volksparteien führte zum Wählerschwund.  Piratenpartei schlug mit aktueller Interessensbefriedigung in Sachen neuer Medien mit 2% bei den Wahlen ein.
So möchte ich hier ein paar Themen anbieten, aus denen sich Parteien beliebig herausnehmen dürfen, was ihnen ein zukunftsorientiertes Image verpassen könnte. Politischen und gesellschaftlichen Weitblick vermisse ich in unseren Regierungsbildern (von bilden) schon lange.
Ich bin vollkommen von der Richtigkeit meiner "Reformen" überzeugt, würde, wenn ich über das nötige Kapital und Beziehungen verfügte, vielleicht sogar eine neue Partei auf Grundlage dieser Ideen gründen. Doch wähle ich den einfacheren, schnelleren Weg, um die Gesellschaft und deren Werte neu zu definieren.

  1. Sterbehilfe ab 60 - Unsere Wertevorstellungen sind schon lange überholt. Christlich geprägte Daseinsberechtigungen verhindern eine selbst bestimmte Existenz. Der einsame, kranke oder einfache nur lebensmüde Mensch im Alter sollte nicht nur frei darüber entscheiden können, ob und wie lange er noch lebt,  er sollte auch Möglichkeiten in der Gesellschaft finden, die ihm ein schmerzloses Ableben in Würde ermöglichen. Dafür muss in den Köpfen ein Umdenken, was Leben ist, wie man Leben definiert, stattfinden. Der Tod sollte nicht länger tabuisiert werden. Er ist Teil des Lebens und ihm sollte vielleicht nicht unbedingt mit Freude, aber mit mehr Akzeptanz begegnet werden. Sterbehilfeeinrichtungen sind eine mögliche Antwort darauf und könnten nebenbei Arbeitsplätze schaffen und mit jedem Menschen, der sich aus der Gesellschaft verabschiedet, werden Renten- und Krankenkassen entlastet. 
  2. Geburtenrate senken - Ganz im Gegensatz zu aktuellen politischen Vorstellungen und in Verbindung mit Punkt 1., Entspannung des demographischen Generationenproblems, kann und sollte unsere Welt, die schon massiv unter der Überbevölkerung leidet, durch eine Ein-Kind-Politik, wie wir sie aus China kennen, entlastet werden. Die Probleme unserer Welt, Hunger, Umweltverschmutzung und Erderwärmung, Artensterben, das sich daraus, aber auch aus der Ernährungsproblematik ergibt, wären wohl auf einen Schlag gelöst, könnte die Weltbevölkerung auf vielleicht drei Mrd. gedrückt werden. Eine Belohnung von vielen Kindern, wie sie bei uns z.B. vorgenommen wird, muss sofort beendet werden. Einen einheitlichen Kindergeldsatz, von sagen wir 350€, unabhängig davon, wie viele Kinder man hat, würde das Geburtenproblem von selbst lösen und gleichzeitig die Staatskassen entlasten. Die Kinder könnten nun durch den finanziellen Zugewinn, sowohl in privater als auch öffentlicher Hand, besser und qualifizierter gefördert und ausgebildet werden. 
  3. Religionsfreiheit einschränken - Wie ich schon bemerkte, würde eine Umsetzung der ersten beiden Punkte an den religionsorientierten Wertvorstellungen und nicht zuletzt am Religionslobbyismus scheitern. Die Gesellschaften in der Welt müssen erst vom Gotteswahn befreit werden, um sich reformieren zu können. D.h. nicht, dass Glaube verboten werden soll oder kann. Nein, aber die Möglichkeiten, seinen Glauben in die Welt und in die Köpfe anderer Menschen zu tragen, müssen eingeschränkt werden. So sollte Religion nicht mehr öffentlich ausgetragen werden, sondern nur noch auf privaten Veranstaltungen, für die nicht geworben werden darf. Die Menschen müssen selbst aktiv werden und die Begegnungsstätten aufsuchen. Weitere Maßnahmen zum Schutz des freien Willens sind das Kirchen läuten verbieten, Religionsunterricht an Schulen abschaffen, Feiertage umbenennen oder neue Feiertage als Ausgleich zu den alten finden und auch das Verbot im Eigenheim Religion auszuüben ist ein wichtiger Punkt, der vor allem die Kinder vor Beeinflussung schützen soll, den ich nicht zu erwähnen vergessen will. Natürlich muss auch die Kirchensteuer abgeschafft werden. Dafür könnte man dann eine Sozialsteuer einführen, die direkt an Hilfsorganisation weitergeleitet wird.
  4. Schulsystem reformieren - Ein wichtiger Punkt zur Bildungsoffensive könnte dieser Umgestaltungsvorschlag unserer bekannten Schulformen sein. Das Gesamtschulenkonzept ist zwar ein richtiger und wichtiger Schritt, um Chancengleichheit zu stärken und die Bildungsschere zu verkleinern, ist, meiner Meinung nach, aber nicht radikal genug, zu zahm, um eine optimale Förderung unseres Nachwuchses zu ermöglichen, orientiert sie sich doch immer noch am alten Klassenverbandsystem, das eine optimale, individuell orientierte Ausbildung erschwert. Ein neues Konzept muss her. Nennen wir es das Konsche Schulmodell. Wichtige Voraussetzung ist eine frühere Einschulungsmöglichkeit, je nach Eignung der Kleinen. Eine Empfehlung der Vorschule, ehemals als Kindergarten bezeichnet, deren Schwerpunkt die spielerische Vorbereitung auf die Schulphase ausmacht, kann eine unterschiedliche Einschulung zwischen 6 und 8 Jahren empfehlen. Die anschließende Einschulung erfolgt in Klassenmodellen, wie wir sie bisher schon kennen. Der Unterschied ist aber, dass nicht die Klasse, nach einem Jahr, als Ganze "aufgestuft" wird, sondern nur der einzelne Schüler in den einzelnen Fächern, der Klassenverband sich so also aufweicht und der Schüler in einen neuen leistungsbezogenen Fächerverband eintritt, der die Schüler, die sich auf einer ähnlichen Lernstoffebene befinden, mit Bildung versorgt. Dies ist eine völlig andere Form von Ausbildung und erfordert ein Umdenken in der Schulstruktur, die natürlich vorher ausgearbeitet werden muss. Kernstück dieser Reform ist die Möglichkeit, den Bedarf und die Talente der Schüler individuell direkt ersehen und fördern zu können. Defizite können so besser ausgeglichen werden, da Schüler mit ähnlichen Bildungsniveau immer, in den jeweiligen Fächern, zusammen lernen. Die Folge ist eine Vermischung unterschiedlicher Altersgruppen, je nach Veranlagung und Interessen und eine Vermeidung der Sozial- und Bildungsabstufung des Kindes als Ganzes, wenn es bestimmte Leistungen nicht erfüllt und sitzen bleibt, wie es im Moment praktiziert wird, von der ich denke, dass es, im Gegensatz zum Konkurrenzdenken der einzelnen Klassenverbände, die soziale Kompetenz eher fördert. Schüler, die in bestimmten Fächern keine Aufstufung erreichen, können im Nachmittagsunterricht gezielt gefördert werden und verlieren nicht gleichzeitig ihr Leistungsanspruch in Fächern, in denen sie stark sind und eine Aufstufung erreichen können.  Wie gesagt, es ist ein sehr komplexer Bereich. Dies ist nur eine Basisidee, auf der ein erfolgreiches Bildungsmodell gegründet werden kann.
    Das waren erst mal vier Punkte, um Zukunft besser zu gestalten. Natürlich sind diese Ideen viel komplexer und vielleicht noch wirklichkeitsfremder, als sie sich hier lesen, aber es ist ein Anfang.

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