Samstag, 28. November 2009

Claudia Pechstein - das muss wohl Pech sein

Die Claudia hat es jetzt auch erwischt, steckt sie nun knöcheltief im Dopingsumpf, was für sie schon schlimm genug ist, denn als Eisschnelllaufolympikin ist sie auf ihre Knöchel besonders angewiesen.
"Nur" auffällige Werte zerren an der athletischen Figur und mobilisiert in Pechstein den Widerstand, gegen den Irrsinn der Bewegung für mehr Sauberkeit im Sport anzutreten, wie wir ihn in letzter Zeit schon oft medial verfolgen konnten. "Ich habe nicht gedopt" ist aus dem Munde eines Spitzensportlers dabei wohl eines der wichtigsten und glaubwürdigsten Argumente, um die eigene Unschuld zu unterstreichen, denn dieses anzuzweifeln, unsere Vorbilder und Idole, die weißen Ritter im Kampf um internationale Überlegenheit und Anerkennung zu beschmutzen, lässt sofort und immer wieder die Säulen des Sportpalastes auf der Spitze des Olymps erzittern. Und wird dann doch einer dieser glänzenden Krieger vom Ross geworfen, dann stürzen gleich alle Schuhsohlen zusammen, um ihn so schnell und so tief wie möglich in den Schlamm zu treten, damit nichts mehr übrig bleibt vom einstigen Glanz und die geblendeten Blicke der sterblichen Bewunderer wieder ungehindert auf die ungedopte Streitmacht der Sportgötter fallen können.
Aber wir wissen doch alle, auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen und uns von den Argumenten der Schönredner besänftigen lassen, dass der Sport mit Aufputschmitteln, Leistunsgverbesserern, kurz Doping, durchsetzt und durchtränkt ist. Die bekannt gewordenen Dopingskandale aber werden zu Einzelfällen stigmatisiert, die Ben Johnsons des Leistungssports in abschreckenden Medienschauprozessen abgestraft, die uns sagen sollen, dass im Grunde nicht gedopt werden kann, ohne erwischt zu werden und nach der Unschuldsvermutung die anderen Sportler demnach alle clean sind, weil sie nicht erwischt wurden.
Und deshalb kann auch die Pechstein vor die Gerichte ziehen, denn ein ganzes Volk steht mit Pippi in den Augen hinter ihr und drückt die Daumen, um die verbeulte Weste des Sports wieder gerade zu biegen.
Also, wie soll es weiter gehen im Leistungsport? Alle dopen, weil sie dopen müssen, denn sobald einer das Zeug nimmt, wird er auch gewinnen, und weil alle gewinnen wollen, auch die Ehrlichen, müssen eben alle dopen. Also warum noch weiter aussichtslos, weil der Kampf nicht gewonnen werden kann, und halbherzig, weil der Kampf nicht gewonnen werden will, gegen Doping kämpfen? Nur wegen des Images des sauberen Sport?
Dazu  hab ich leider nur eine, selbst für mich unbefriedigende Antwort: Machen wir einfach so weiter wie bisher: Das Katz und Maus Spiel, mit fetten Katzen, die eigentlich keine Mäuse mehr fressen und Mäusen die chemisch manipuliert umherflitzen und die Massen unterhalten, mit Mausefallen, die zeigen, dass die falschen Ratten leicht zu fangen sind und dem Einfallsreichtum der Nager, die Fallen wieder auszutricksen, und die überraschten und fassungslosen Reaktionen von Katzen und Mäusen, wenn sie dann doch erwischt werden, das folgende Medienspektakel und die Einschaltquoten und die Bestürzung und Empörung und das Verblassen des Donners im Jubel und Blitzgewitter der kommenden Spiele. Wenn das mal kein leckeres Brot ist für die Sesseltiger, dann weiß ich es auch nicht.

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