Dienstag, 1. Dezember 2009

Wie wir sind - ein Modell-versuch

Die großen Fragen der Religion, Philosophie, Psychologie, Biologie, wer wir sind, woher wir kommen, wohin wir gehen, sie begleiten uns, verfolgen uns, orientieren und desorientieren uns. Wir suchen die Antworten, wir brauchen die Fragen. Auch mich beschäftigen diese Themen immer wieder und gelegentlich konstruiere ich mir eigene Antworten, die mir helfen sollen, mich besser zu verstehen.
Im einfachen, reduzierten und leicht verständlichen Modell sehe ich den besten Zugang zu unserer komplexen Persönlichkeit. Wer sich selbst durchschauen will, sollte sich erst einmal unkompliziert skizzieren, seine Umrisse erstellen, eine Umrandung für sein Ich-Universum zeichnen. Auf dieser Basis kann dann jeder beginnen, die eigenen Inhalte zu erarbeiten.
Zumindest versuchte ich mich mir auf diese Art und Weise näher zu bringen und habe mir ein Typenmodell erdacht, welches mir Orientierung im verdschungelten Konbewußtsein geben sollte. Dieses Modell möchte ich hier nun vorstellen. Wie es zu bewerten ist, überlasse ich jedem selbst und verweise auf den Warnhinweis am Ende des Textes.

Welcher Typ Mensch wir sind, ist die entscheidene Grundlage für die treibende Kraft in menschlicher Bewegung - jede Form von Motivation, die sich in unterschiedlichen Aktivitäten, Kreativitäten, Veranlagungen usw. zeigt, um persönliche bewußte oder unbewußte Ziele zu erreichen. Doch ist die Motivation bei jedem unterschiedlich, auf andere Motivationsursprünge auf andere Typen von Persönlichkeit zurückzuführen. 
Ich unterscheide dabei 4 unterschiedliche Typen, die, nach meiner Überlegung, jeden Menschen anteilsmäßig, mehr oder weniger ausgeprägt, bestimmen (hier in kleinen Grafiken dargstellt):

  1. der Sucher
  2. der Finder
  3. der Warter
  4. der Macher
Im Grunde erklären sich die Begriffe fast von selbst. So könnte ich das Thema nun abschließen und eine Analyse der Fantasie der Leser überlassen, aber das würde mich doch mit einem unbefriedigendem Gefühl und Bildern von ratlosen Suchern zurücklassen. Also hier meine Erklärung, anhand von einigen Beispielen:
Der Sucher – ist jemand, der ständig auf der Suche ist. Naja, was soll ich dazu noch sagen, am besten kann man darunter den ewig Getriebenen verstehen, der im Grunde gar nicht weiß, was er will oder braucht. In jedem Menschen steckt der Sucher, aber wie bereits beschrieben, anteilig mehr oder weniger verteilt. Ist ein Teil besonders stark in einer Person ausgeprägt, verdrängt er anteilig die anderen Typen. Dies ist Kernstück meiner These, dass sich die vier Typen, wie in einem Kuchen verteilen, wobei sie in der Regel nicht überdimensioniert viele Raum für sich beanspruchen. Bei extremen Unterschieden zugunsten eines Typus, kann man wohl schon von krankhaften Zügen sprechen.
Der Finder – der Hans im Glück, bei ihm scheint alles zu klappen, das Schicksal meint es scheinbar immer gut mit ihm. Der ausgeprägte Finder lebt in den Tag hinein, genießt sein Leben ohne sich viele Gedanken zu machen, lässt sich intuitiv leiten und findet dabei doch immer den richtigen Weg. Anteilig sind aber beim Finder die anderen Typen wichtig, zu dessen Verteilungsbeispielen ich gleich noch komme, die seine Bewegungsgrundlage bestimmen, denn den reinen Finder gibt es so wohl nur im Märchen. Der manische Zustand würde wohl einem besonders dominierenden Finder am ehesten entsprechen. Wobei das finden sich dann bei ihm wohl nur auf die subjektive Wahrnehmung beschränkt.
Der Warter – der stoische Langweiler, nicht besonders aktiv und etwas träge wälzt er sich durch das Treiben um ihn herum.
Der Macher – nimmt die Dinge in die Hand, er macht was draus, ob nun auf seinem Mist gewachsen oder er bedient sich der Stärken anderer Typen, die ihre eigenen Macher nicht ausleben/ausleben können, und er verfügt über die nötige Ausdauer, um seine Ziele umzusetzen. Kampfgeist ist ein weiteres Merkmal des Machers sowie Egoismus. 

Wichtig in diesem Zuordnungsversuch ist die Verteilung der vier Typen auf den Kuchen, die bestimmen sollen, wie wir sind. Der ganze Kuchen zusammengebacken ist dann das, was wir unter Persönlichkeit oder Charakter verstehen, die Menschen mit denen wir uns jeden Tag herum schlagen müssen.
Folgend ein paar Verteilungsmöglichkeiten, wobei ich  mir eine präzise anteilsmäßige Verteilung in der Erklärung erspare. Es soll ja schließlich nur ein Orientierungsmodell sein und keine komplexer Leitfaden zur Charakteranalyse:
Der Denkertyp, der schlaue Fuchs, das Genie, wie auch immer, setzt sich zum großen Teil aus dem Typus des Suchers und des Finders zusammen. Er liebt es, sich komplexen Aufgaben zu stellen, zu forschen und findet auch noch die passenden Lösungen dazu. Der Finderanteil übernimmt dabei die Rolle des spontanen Einfalls, des Geistesblitz, der zum gewünschten Ziel führt. Zusammen genommen sind die beiden wohl das, was wir unter Intelligenz verstehen. In der Regel ist der Macher im Denkertyp zurückgestellt, sodass er nicht über ein motiviertes Geschick verfügt, seine Ideen in der Gesellschaft erfolgsorientiert und zu seinem persönlichen Vorteil umzusetzen.
Ganz im Gegenteil dazu steht der Losertyp, der Versager, der zwar über ausreichend Sucher verfügt, dem aber der nötige Finder fehlt, etwas wichtiges zu schaffen. Hat der Sucher noch eine ausgeprägte Tendenz zum Macher, dann neigt er vielleicht dazu, sich mit Betrug oder Gewalt Erfolg zu verschaffen, könnte sich aber auch als erfolgloser Kleinunternehmer versuchen, um mit einer schlechten Idee das große Glück zu finden (und natürlich scheitert).
Der Kapitalist, der Betriebswirtschaftler, aber auch der Sportler oder Arbeiter z.b., das sind die Macher in meinem Modell. Der Macher denkt produktiv, ziel- und erfolgsorientiert, er braucht auch Statussymbole, die ihn als erfolgreichen Macher erkennen lassen. Manchmal verfolgt der ausgeprägte Macher skrupellos seine Ziele, je nach dem, wie die Typenanteile in ihm zu finden sind. Sich körperlich einzusetzen ist eine andere Art des Machers, seine Ziele zu erreichen, vor allem, wenn der Finder in ihm nicht besonders stark vertreten ist. Der erfolgreiche Sportler z.B. besitzt jede Menge Ehrgeiz, ein Merkmal des Suchers, handelt aber nicht intuitiv oder lösungsorientiert, was den Finder voraussetzt und natürlich viel Macher. Ehrgeiz und Ausdauer bringen ihn in Bewegung.
Der Künstler ist schwieriger, würde ich ihn aber auch eher in Richtung Macher sehen, mit einem ausgeprägtem Teil an Finder, den Sucher wahrscheinlich etwas vernachlässigt, denn der gute Künstler arbeitet intuitiv.
Der Anteil des Warters ist dabei für jeden Menschen eine wichtige Komponente. Der Warter, der das Gegenteil von jeglichem Ehrgeiz verkörpert, bringt die nötige Ruhe und Gelassenheit in uns, sollte aber nicht die Oberhand gewinnen, weil es sich sonst negativ auf das Gesamtbild auswirkt. Wie sich der Einfluss des Warters auf eine Persönlichkeit aber genau auswirkt, je nach dem, wie stark er in welchen Konstellationen vertreten ist, kann ich aber nicht genau sagen. Das ist ein ungelöstes Geheimnis des Warters.
Natürlich steht der Mensch in Wechselwirkung mit seiner Umwelt, so können sich die Verhältnisse der Typen verändern, verschieben. Vor allem der Warter kann sich hier Raum verschaffen, der sich ausdehnt, wenn jemand ständig versucht gegen nicht einzureißende Widerstände anzurennen und dem die Energie dafür mit der Zeit ausgeht. Auch das Alter fördert den Warter in uns.

Es sind viele der unterschiedlichsten Verteilungen vorstellbar, die viele der unterschiedlichsten Menschentypen hervorbringen. In den Grundzügen unserer Persönlichkeit bleiben wir jedoch gleich, bleiben Sucher, Finder, Macher oder Warter.

ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG
!!!!!Ob dieses Modell einer tiefer gehenden, wisschenschaftlichen Analyse standhält und Grundlage für persönliche Erfolgsmodelle werden kann oder zu einer Selbstanalyse/therapie taugt, möchte ich nicht beurteilen!!!!!
ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG

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