Das Weltwirtschaftssystem bricht zusammen, die Kapitalmärkte implodieren, die Gesellschaftsprobleme explodieren. Massen bewegen sich mit Pflastersteinen bestückt, stürzen die Demokratie in eine Diktatur, werden niedergeschlagen vom einstigen Wohlfahrtsstaat.... So und nicht anders könnte es bald überall auf der Welt aussehen, wenn das Kapital als der oft verbildlichte gefräßige Drache, sich am Ende aus reiner Gier selbst verschlingt und der kapitalistisch erkämpfte Reichtum weniger, nur noch mit der Unterdrückung vieler bewahrt werden kann.
Die Zeichen dafür stehen, zumindest aus meiner Sicht, nicht so schlecht dafür: Wirtschaftskrise, Klimakrise, Währungskrise, Bildungskrise, Gesundheitskrise usw., wo man auch hinsieht, eine Krise umkreist die andere.
Auf die aktuelle Wirtschaftskrise reagieren die Staaten mit dem scheinbar einzigen Mittel, um das nimmersatte Kapitalmonstrum zu besänftigen, und stopfen ihm noch mehr Kapital in den Rachen.
Und so scheint er erst mal besänftigt, kaut genüsslich auf den goldenen, aus Steuergeldern gepressten Konjunkturwürsten herum. Aber die sogenannten Wirtschaftsweisen sehen schon die nächste Jahrhundertkrise auf uns zu rollen. Der Drache ist immer in Bewegung.
Die einzige Rettung wahrsagen sie im eigentlichen Übel, dem Wunderkind Wachstum, das ewig weiter wachsen soll, aber in seiner Ausdehnung immer mehr Raum und Nahrung verschlingt.
Wachstum an sich ist ja nichts Schlimmes, aber in unserer Welt, in unseren Wertesystemen scheint es mehr zu zerdrücken als zu erleichtern. Der Antrieb des Wachstums in unserer Gesellschaft ist nämlich nicht die Nächstenliebe, sondern die Gier, dient dem reinen Selbstzweck. Kurz gesagt: Unsere kapitalistisch orientierten Staatsformen sind auf lange Sicht zum Scheitern verurteilt.
Und so möchte ich hier kurz zusammen gefasst eine alternative Staattsform vorstellen, von der ich weder weiß wie sie umgesetzt werden soll, noch ob sie überhaupt umgesetzt werden kann.
Weil es sich um eine nie da gewesene, utopische Konstruktion handelt, gebe ich ihr, damit sie besser zugeordnet werden kann, einen eigene Bezeichnung: Der funktionierende Sozialismus -> Konninismus.
Damit aber der Konninismus wirklich funktionieren kann, müssen erst einige Grundvoraussetzungen geschaffen sein.
Dass ich in einem Blog kein komplexes Gesellschaftssystem entwerfen kann, ist ja wohl jedem Leser klar, deshalb werde ich mich auf die Basisbedingungen beschränken, die notwendig sind, damit eine gerechte Welt ohne Gier entstehen kann:
Drei Grundbedürfnisse von Existenzen, damit diese konkurrenzlos leben können, müssen gesichert und frei und unentgeltlich zur Verfügung stehen. Das ist zum ersten Nahrung, zum zweiten Energie und zum dritten Wohnraum. Das ist sozusagen die Basis, auf der der Konninismus aufbaut und gedeihen kann.
Der Wohnraum ist fest zugeordnet, eine bestimmte Größe die sich z.B. an der Anzahl einer Familie orientiert, bzw. einer qm-Größe pro Kopf, die festgelegt ist und nicht vergrößert werden kann. Ich behaupte mal, dass nicht das Kapital an sich Übel bewirkt, sondern u.a. die Möglichkeit, sich mit Kapital Wohnraum anzueignen. Gleicher Wohnraum für alle würde zumindest dieses Wettbewerbsproblem auflösen.
Aber auch im Konninismus soll sich Leistung lohnen. Der Mensch verfügt über ein neuronales Belohnungssystem, welches man berücksichtigen muss. Arbeit an sich ist aber freiwillig, da die Existenz des Menschen durch die freie Verfügbarkeit der drei genannten Grundbedürfnisse gesichert ist, kann sich jeder selbst entscheiden, ob er etwas leistet und was er leistet. Wer aber nichts macht, der bekommt auch kein Geld (im Konninismus gibt es keine handfeste Währung, sondern nur virtuelle Einkommen bzw. Ausgaben, denn virtuelles Kapital verursacht vielleicht weniger Begehrlichkeiten, zumindest würden sich die Raubüberfälle erübrigen, das nicht übertragen werden kann, wenn keine Gegenleistung erbracht wird. Virtuelles Kapital muss ich wohl nicht erklären, wir kennen es und nutzen es heute schon täglich). Es gibt also kein sogenanntes Grundeinkommen, nein, wer sich etwas leisten will, sprich konsumieren, der muss auch etwas leisten. Wo er diese Leistung erbringen will, das kann er jedoch selbst und nicht aus der Not heraus entscheiden. Ob als Student, Dozent, ob in der Verwaltung oder in der Industrie, in der Forschung oder im Sport, als Straßenkehrer oder Zahnarzt, jeder kann machen, was er gerne möchte. Anders als in unseren Leistungsgesellschaften bekommt im Konninismus jeder für jede Leistung ein einheitliches Gehalt, welchem aber eine Art Bonussystem angehängt ist, damit sich Engagement und Motivation auszahlt. Wie genau das ablaufen kann, lasse ich hier offen, aber eins ist sicher, das Bonussystem wird in meinem Sozialismus nicht zu einem großbäuchigem Ungetüm heranwachsen, da es gar nicht ausreichend Möglichkeiten gibt, aufgrund der Wohnraumbegrenzung, Kapital in erkennbaren Wohlstand umzuwandeln. So wird sich ein fairer und funktionierender Kapitalmarkt aufbauen. Die Industrien sind verstaatlicht, verwalten sich aber selber. Gewinne die erwirtschaftet werden, fließen, da sie in Form von Privatvermögen fast nutzlos geworden sind, zu 100% wieder in die Wirtschaft und damit in die Gesellschaft zurück. Natürlich wird sich Wachstum im Konninismus nur noch im Schneckentempo fortbewegen, wenn überhaupt, das Wohlbefinden aller wird auf gleichem Niveau im Zeitlupentempo aber stetig ansteigen.
Wie gesagt, es ist ein utopisches, futuristisches Gesellschaftsbild und lässt mehr Fragen offen, als es Antworten gibt, aber ich bin sicher, es wird kommen, irgendwann, hoffentlich bevor die Welt untergeht.
Kommentare erübrigen sich. Sorry, möglicherweise gut gedacht, aber diese Soft-Kommunismus-Idee ist ein riesengroßer Quatsch und wird der Vielschichtigkeit der Menschen, ihren Wünschen und Begehrlichkeiten nicht annähernd gerecht. Im hypothetischen Fall der Umsetzung entstünde ein Bürokratiemonstrum erster Güte.
AntwortenLöschenVielleicht ja. Vielleicht regt es zum nachdenken an, wo es in unserer Gesellschaft zu Problemen kommt, was wichtig sein könnte, was wir wirklich brauchen. Mehr dachte ich mir dabei nicht!
AntwortenLöschenEs ist halt nur ein Konninismus.
mfG Kon
Hachja das wäre es und wie ich finde auch umsetzbar, jedoch erst nach einem Weltuntergang, bzw. Aussterben unserer Rasse. Aber dafür sorgen wir ja bereits. Der Mensch muss in seiner Denke neu erschaffen werden, sonst beisst sich der Hase kein Ohr ab, auch wenn er zwei davon hat.
AntwortenLöschenIn Ansätzen ist mein Konstrukt ja zumindest im Fernsehen, im StarTrek Universum bereits umgesetzt worden. Nahrung und Energie sind dort frei verfügbar. Mal sehen, ob wir eine Zukunft erreichen, die das möglich macht, ansonsten vielleicht auf dem Planet der Affen. Ich lass mich überraschen.
AntwortenLöschenDas Problem ist, dass es laut Deinem Szenario weder Müllmänner, Putzfrauen noch sonst welche unbeliebten (aber notwendigen) Jobs geben wird. (mal ganz abgesehen von den vielen Erntehelfern, um Deine staatlich garantierte Ernte einzufahren).
AntwortenLöschenHallo Kon ..
AntwortenLöschenGute Ideen/Gedanken .
Es werden immer mehr die ähnlich denken und sich ein sanft verändertes Gesellschafts-(werte-)model vorstellen können. Für intelligentere mögliche Lösungen braucht man auch nicht ein Verweigerer der jetzigen Zustände oder ein Aussteiger/Revoluzer zu sein . Deshalb : Möglichst viele (Junge !!!) sollten aktiver mitgestalten an unserer aller Zukunft z.Bsp. mit guten Ideen wie Du . Alle sind herzlich dazu miteingeladen !
Bei uns in der Schweiz wurde vor ca. 2 Jahren eine gross angelegte Untersuchung/Statstik bei der arbeitenden Bevölkerung gemacht . Die Frage war konkret , ob man bereit wäre , weniger zu arbeiten ( bei natürlich einhergehender leichter Einschränkung des qualitativen Lebensstandards , da Einkommenssenkung) )und dafür mehr reale Lebenszeit geschenkt bekäme ( für Familie/Freunde, Soziales , Engagement für Gesellschaft, Weiterbildung ..). Die allermeisten bejahten diese Idee , weniger zu arbeiten und so weniger Geld zu haben ,jedoch dafür mehr Lebenszeitqualität zu haben . In der gleichen Zeitung war auch eine internationale erhobene Statistik die glaubhaft aufzeigte , dass gerade die Schweizer exorbitant eines der Völker wäre , die freiwillig , also ohne Druck der Firma , Spitzenreiter bei jahrelanger freiwilligen Überstunden seien .
Soviel nur zu wirklich gewollten Veränderungen , Anspruchdenken ,materiellem Verzicht bei gleichzeitigem Gewinn von Lebensqualität.Der Witz ist doch der : Je mehr einer arbeitet, desdo mehr Frustkompensationsgefühle hat er (kommt dazu , dass aller höchsten nur 40% Privilegierte wirklich glücklich an ihrem Arbeitsplatz sind !!) und so gibt er das "entbehrliche" Geld trotz Rezession für viel Unsinniges oder gar Luxusartikel in seiner beschränkten Freizeit (da erschöpft u.o. ausgebeutet ) aus. Einfachdenker werden einwenden , dass sei doch gut , dass kurbele die Wirtschaft an . So beweisen sie nur das sie das Wesentlich immer noch nicht verstanden haben.
Es gebe noch viel zu diesem Thema zu sagen , ich wünsche Dir KON jedenfalls weiterhin solch anregende Ideen und behalte Deinen kreativen Humor. Grüsse aus der Schweiz und alles Gute .ST.
Hallo ficken. Nicht unbedingt, das von mir beschriebene Belohnungssystem könnte sich auch nach Angebot und Nachfrage richten. So werden Arbeiten, für die gerade mehr Bedarf besteht, besser entlohnt. So kann auch mal ein Straßenfeger mehr verdienen, als ein Ingenieur.
AntwortenLöschenFür bestimmte Arbeiten könnte es eine Art Börse geben, die den aktuellen Kurs der Bezahlung berechnet. Ansonsten, wie gesagt, Zukunftsmusik. Wenn Roboter, die Gastarbeiter von morgen, die Drecksarbeit übernehmen würden, wären wir zumindest deine beschriebenen Bedenken los.
Arbeitszeit eintauschen gegen Freizeit. Für viele ist das bestimmt ein akzeptabler Gedanke. Das würde auch Arbeitsplätze schaffen, aber für die Firmen wohl Nachteile, mehr Verwaltungsaufwand, Logistikprobleme und damit mehr Ausgaben mit sich bringen. Wenige Mitarbeiter, die mehr leisten, sind einfacher zu kontrollieren. Dank der Chinesen u.a., die noch so gerne und so viel arbeiten, um ihren Lebenstandard zu verbessern, ist der Druck auf unsere Wirtschaften wieder angestiegen, was Entlastungen in naher Zukunft wohl noch unmöglicher macht. Eins ist sicher: Die Gesellschaft muss sich verändern! :)
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