Krieg oder nicht Krieg, das ist hier die Frage, die sich Deutschland zum Afghanistaneinsatz stellt. Dabei ist es doch ganz belanglos, ob wir es nun Krieg oder Aufbauhilfe nennen, wenn dabei Zivilisten ums Leben kommen. Der Killerluftschlag der Bundeswehr hätte nicht passieren dürfen, denn nun kommen die Verantwortlichen in Erklärungsnot, und was bleibt ihnen anderes übrig, als die Opfer klein zu reden, um das Große nicht zu gefährden. Wie stünde Deutschland denn da, wenn die Verteidigung der Freiheit der Welt, an der Zerstörung der Freiheit einzelner Individuen, die sich vielleicht sogar selbst in die Situation gebracht haben, wer kann es schon genau sagen, scheitern könnte. Was bedeutet der Verlust von unbekanntem Leben, am anderen Ende der Welt, wenn das Bekannte und die selbst gesteckten Ziele, die selbst geschaffenen Werte in Gefahr gerieten, würde man sich an höhere ethische Werte binden. Nein, die höchsten Werte sind die selbst gesteckten, und die rechtfertigen fast jedes Opfer. Und so kommen sie die Opfer, Tag ein Tag aus, in Zahlen kommen sie. Aber die Zahlen werden unterschiedlich aufgewogen. Das Leben eines deutschen Soldaten zählt scheinbar mehr, als das Leben von 10,100,1000 Menschen; Männern, Frauen und Kindern, die ja nichts für die eigene Freiheit tun und deshalb ihre Leben lassen können, in unserem Kampf für ihre Freiheit, unsere Freiheit, die Freiheit aller. Und wieso zählt das Leben eines deutschen Soldaten mehr? Weil er der Gute ist und die anderen sind bestimmt die Bösen, aber mindestens die Unbekannten, die sich irgendwo zwischen Gut und Böse stehend ihrem Schicksal ergeben müssen, vom guten deutschen Soldaten, der für sie in den Krieg zieht, befreit zu werden. Und sei es vom Leben befreit zu werden, denn was ist das schon für ein Leben, in dem man unterdrückt wird. Und so wird weiter aufgewogen und weiter in den Krieg gezogen und die Terroranschläge im eigenen Land werden weiter verhindert durch Terror in Afghanistan.
Deutschland sollte endlich umdenken und die Opfer neu wiegen, denn wer in den Kampf zieht, und wir dürfen wirklich selbst entscheiden, ob wir unser Land verlassen, um die Freiheit der Welt zu verteidigen, der sollte auch bereit sein, sein Leben in diesem Kampf zu geben, um jedes unschuldige Opfer zu vermeiden. Sterben sollten nur die, mit der Waffe in der Hand.
Also nehmt die Waffen wieder in die Hand, wenn ihr doch keine Worte mehr findet, und beendet die arrogante, überlegene Haltung, von oben herab, alles mit Bomben befreien zu wollen. Wer dem Feind nicht Auge in Auge gegenübertreten will, der hat es nicht verdient Recht zu haben und wird die Konsequenzen tragen müssen. Und das gilt für alle. Und wenn wir das nicht können, weil wir es nicht wollen, weil wir Milliarden von € in Kriegstechnologien investiert haben, die wir dann ja auch einsetzen müssen, dann sollten wir einsehen, dass wir die Bösen sind und wir Krieg führen, in dem Unschuldige sterben, weil uns ihr Leben nicht wichtig ist, sondern nur die eigenen Ziele und Werte, die wir gottgleich über die Welt halten, über die Menschen halten, die wir für unwürdig befinden und die zu schwach sind, um sich zu wehren.
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